Druckschrift 
Begrüßungs-Feier für die aus dem Felde heimgekehrten Studierenden in der Neuen Aula der Ludwigsuniversität am 9. März 1919 / [Begrüßungsworte des Rectors Geh. Medizinalrats Prof. Dr. Hans Strahl, Ansprache des Geh. Kirchenrats Prof. D. Dr. Gustav Krüger, Dankworte des Vorsitzenden des Ausschusses der Studenschaft stud. theol. Friedrich Wilhelm Bernbeck]
Entstehung
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ſeres Vaterlandes hängt nicht zum wenigſten davon ab, ob wir in ihm die Richtſchnur unſeres öffentlichen Lebens aner⸗ kennen wollen. Laßt Euch vom Uinken nicht umgarnen, der Euch zuruft: Mach's wie die Rnderen, ſondern wappnet Euch, wenn er an Euch herantritt, mit der Warnung: Wenn das ein Jeder tun wollte!

wer ſeinem Volk ein Führer ſein will, der muß ſo meine ich weiter auch Fühlung mit ihm halten. Fls ich Euch damals in's Felo ſchrieb, da wagte ich den Satz:Was hülfe es dem Deutſchen, wenn er die ganze Welt gewönne und könnte den Zugang nicht finden zum eigenen Volk? Seltſam will mich dieſer Satz heute anmuten, und faſt ſcheue ich mich, ihn hier zu wiederholen. Ich ſchrieb ihn nieder in der noch unerſchütterten Hoffnung auf den endolichen Sieg un⸗ ſerer Sache, aber auch unter dem Einoruck des Gedankens an die ſchweren Kämpfe, die unſerem Volk auch bei glücklichem Rusgang des Krieges im Innern bevorſtehen mußten. Und ich ſchalt die Kurzſichtigkeit derer, die es mit dieſer Sorge leicht zu nehmen ſchienen und ſie eben mit dem Hinweis auf den glücklichen fusgang des Krieges bei Seite ſchieben zu dürfen glaubten. And heute? Ich will nicht reden von un⸗ ſeren zerſchlagenen Hoffnungen, die wir um unſer nacktes Leben kämpfen. flber der Zugang zu unſerem Volke? Was iſt mit ihm? Iſt er uns nicht verſchüttet worden? War es wirklich nur Kurzſichtigkeit, was ihn uns damals nicht finden ließ? Sind nicht Mächte der Finſternis aufgeſtiegen in dieſem Volk, von denen auch die Weitblickenden unter uns nichts ſahen, nichts ſehen konnten? Sind nicht, um an Gottfried Kellers Worte anzuknüpfen, bei der furchtbaren Umwälzung, die wir erlebt haben, neben ja ſtatt der Goldoͤrachen und Kriſtall⸗ geiſter des menſchlichen Gemütes alle häßlichen Tazzelwürmer und das Heer der Ratten und Mäuſe aus der Tiefe hervor⸗ gefahren? Ein Volk, das mit Füßen tritt, was ihm das Hei⸗ ligſte ſein ſollte, Recht und Sitte, Zucht und Oroͤnung, Treue und Glauben, kann ich ein ſolches Volk mit Liebe umfaſſen? And ohne Uiebe, wie kann ich dieſes Volkes Führer ſein?

Ich darf es nicht verhehlen, Kommilitonen, daß mich dieſe

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