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Gedanke obenauf: Glücklich die, die gefallen ſind, weil ſie des Vvaterlandes Elend und Schmach nicht zu ſehen brauchten. Für dieſe Empfindung werden wir alle viel Verſtänonis haben. 7 Ddennoch, meine ich, ſollten wir ſo nicht ſagen. Glücklich iſt vor allem, wer arbeiten kann. Das Glück des Lebens derer, die gefallen ſind, wäre es geweſen, wenn ſie ihr und unſer volk hätten mit herausführen können aus ſeiner tiefen Not. Uns, die wir leben, muß es als höchſtes Glück vorſchweben,
bei dieſem Werk zu helfen. In ihrem Geiſt und Sinn zu helfen. ½ 3 Wilhelm Raabe hat einmal ein wunderliches Wort ge⸗„½ ſagt, das lautet ſo:„Wer erfahren hat, wie merkwürdig ſchwarz ½ die Kacht unter Umſtänden ſein kann, der weiß auch, welch ½ ein ALicht ein einziger Johanniskäfer in den Buſch zu werfen ½
7 vermag.“ Wir wiſſen jetzt, wie ſchwarz die Nacht ſein kann. ½
In dieſer Stunde von laſtender Schwere ſpüren wir es. Wenn ½
wir meinen müßten, unſere Toten ſeien ganz vergeblich ge⸗ 4
ſtorben, dann wäre in dieſer Nacht kein noch ſo unſcheinbares † gicht mehr. Rber ſie brauchen nicht vergeblich geſtorben zu
ſein. Fin uns liegt es, daß ihr Tod nicht vergeblich war.
Ddieſer Gedanke gleicht dem Licht, das in tiefſchwarzer Nacht
aufleuchtet, zuerſt beſcheiden und gering, allmählich leuchtend
und groß. Der Too behält trotz alledem nicht den Sieg. Heut am Totenſonntag läuten von allen Kirchtürmen die † Slocken, ſo viele ihrer der Krieg übrig ließ, zum Gedächtnis 7 der Gefallenen. Sie läuten Trauer und Weh, ſie wollen auch † Dank und Mahnung, Zuverſicht und Hoffnung läuten. Wir 7† kennen ein AUicht, das in tiefer Kacht ſcheint. Wir ſagen mit † dem heſſiſchen Dichter:
Das weiß ich, und es iſt gewiß:
1 noch nie ward Uicht zu Finſternis. Wes Herz je ward getränkt von ALicht, dem ward ſo hell das Rngeſicht,
daß ſelbſt die tiefſte Todesnacht
nicht ſolches Licht zuſchanden macht! ¹)
¹) K. E. Knodt.
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