Was machts, wenn wer vom Sterben ſpricht? Was machts, wenn klirreno Glas zerbricht? Der Wein verſchüttet am Boden liegt,
was machts?
Laßt männerhoch die Fahnen wehn, laßt euer Blut darüber gehn,
aus dieſem Feu'r wird neu erſtehn Deutſchlanoͤ.
Deutſchland, das nie und nie veroͤirbt, Deutſchland, für das jetzt jauchzend ſtirbt Deutſchland, das Ewigkeit erwirbt, Deutſchland. ¹)
*†
Das war ihr Wollen. Jlus dieſem Wollen wuchs nicht der heißerſehnte deutſche Sieg. So muß aus dieſem Wollen für Deutſchland eine andere Frucht wachſen.
Es kam die Zeit, da oie Reihen der deutſchen Kämpfer ſich lichteten. Es kam die Zeit, da die Seele des deutſchen Volkes müde wurde. Raſchen Sieg ſeiner gerechten Sache hatte es erwartet, der Sieg blieb aus; und das Gedanken⸗ gebäude, das von dieſer Grundüberzeugung getragen war, ſtürzte zuſammen. Die Welt war finſter geworden. Die Spann⸗ kraft der ſtark bedrückten deutſchen Seele reichte nicht aus, um das furchtbare Geſchick zu meiſtern; Fieberſchauer ſchüttelten ſie. Die deutſche Seele ward krank.
Fu dieſer Krankheit gehört, daß es die nicht mehr ver⸗ ſtehen kann, die reinen Willens auszogen, das Vaterland zu ſchützen. Gerade hier muß die Geſundung einſetzen. Damals waren wir ſelbſt uns nichts, und das Vaterland war uns alles. Heute iſt vielen das Haterland nichts, und wir ſelbſt ſind uns
¹) Rus dem„Solbatenlied“ von Oskar Möhrle.
—y——ö—


