das Wort: In magnis voluisse auf dieſes Erleben nicht anwenden mögen, die geneigt ſind, es als eine Verirrung zu betrachten. Seelenkenner ſino ſie nicht! Wohl mußte der Wille für das Vaterland den Willen gegen des Vaterlandes Bedränger erzeugen; wohl mußte der Wille zum Vaterlanoͤ, wie die Dinge lagen, auch den Willen zum Schwerte um⸗ faſſen; ſonſt wäre er kein echter Wille zum Vaterland geweſen. Aber das waren Aebenerſcheinungen. Kriegswütig war die deutſche Jugend nicht; dazu hatte ſie ihr Leben zu lieb. Haſſen war nicht ihre frt; der Deutſche haßt nur, wenn ihm Bosheit und Gemeinheit in Perſon entgegentreten. Das Beſtimmende war nichts anderes als der Wille, dem Vaterland alles zu geben: Jugend, Zukunft und Ueben.
War das ein enger Wille? Fllzuſehr an Grenzen ge⸗ bunden? fin Grenzen des eigenen Volks, des eigenen Landes? War das eroͤgeborener Egoismus, fern von allem die Kluft überſpannenden, die Weiten der Menſchheit begehrenden Joͤea⸗ lismus? War er vermiſcht mit unreinen Schlacken eines Militarismus, der nur die rohe Gewalt kennt? Eines Im⸗ perialismus, der die Völker der Erde knechten will? Kein, ſag ich, und tauſendmal Nein. Kicht dort iſt Egoismus, wo junge lebenshungrige Menſchen ihr Leben mit frohem, ernſtem Willen verſchenken. Und nicht dort allein iſt Joealismus, wo man den Boden der Wirklichkeit unter den Füßen verliert und in phantaſtiſchen Träumen ſich wiegt. Wenn irgend etwas, ſo war dieſe Hingabe, dieſes Opfern Jdealismus. Und wahr⸗ lich kein dürftiger, unreiner Joͤealismus. Indem ſie Deutſchland dienten, wollten ſie der Welt oienen. Kann jemand der Welt dienen, ohne für ſein Volk zu arbeiten? Beſaß Deutſchland nicht, was der Welt erhalten werden mußte? Ich dächte, wir ſähen jetzt klar genug, daß, die Deutſchland zerſtörten und zerſtören ließen, auch der Welt ein unſagbares Leid zufügten. Deutſchland aber war gegen die Gewalt nur durch Gewalt zu erhalten; das iſt die ſchmerzliche Erkenntnis einer Wahrheit, die keine Dialektik fortoͤisputieren kann. Nein, rühre niemand an den Opferwillen derer, die in den fernen Gräbern ruhen!


