C. Die dritte Anklage: Die Grundsätze der neuen Philosophie gsind für die studi e- rende Jugend verderblien.
Schaumann verzichtet darauf, in eine FPrörterung dieser Anklage einzugehen: Solche Grundsätze über Staat und Religion, wie er sie in seinen vorherigen Aus- führungen niedergelegt hat, können nicht für die Jugend verderblich sein. Außerdem verweist er noch auf Fichtes„NVorlesungen über die Bestimmung des Ge- lehrten“ aus dem Jahr 1794 und auf ein„Aktenstück, das den Anklägern der Philosophie nicht unbekannt sein wird“, und das die Absicht der Wissenschaftslehre in- bezug auf die Bildung der Gelehrten leicht erkennen läßt. Es sind die„Blätter aus dem Archiv der Toleranz und Intoleranz“ 1797(Druokort ist nicht angegeben), einer vor allem gegen die Eudämonia,„die es sich unausge-— Setzt zum Geschäft machte, die ausgezeichnetsten Män- ner Deutschlands durch anonyme Verleumdungen poli- tisch-religiöser Art bei den Regierungen zu verdächti- gen“,“) gericlitete Zeitschrift. Auf S. 120 ff. derselben befindet sich ein Aufsatz:„Fudämonische Wahrheiten gegen den Professor Fichte zu Jena; beleuchtet durch die Akten über dessen moralische Sonntagsvorlesungen.“ Dieser Aufsatz endigt mit„Des Professors Fichte Verantwortung, welche dem Bericht des Senatus aca- demici ad Serenissimum reg. beigelegt worden ist.“ Seiner Verantwortung beigefügt hat Fichte„Die am Ende des Winters 1794 von Fichte gehaltene Schluß- vorlesung“²)(S. 167 ff.). Schaumann schließt mit der Aufforderung, insbesondere an junge Theologen, zu ernsthaftem philosophischem Studium,„nicht nur logi- sche Formeln und ein wenig Terminologie auswendig lernen“(S. 131). Er erinnert an die preußische Verord-
1) Fichtes Leben I, 255.. *) M. W. nicht in Fichtes Werken abgedruckt.


