gleich kommen muß, da man die anonyme Schrift des-
selben über Offenbarung“) allgemein für ein Kanti- sches Werk hielt: ein Mann, der das, wozu die Kritik der reinen Vernunft die Einleitung gab, wissenschaftlich zu vollenden strebt: ein Mann, der die Sache der Ver- nunft und Moralität auf einem bisher noch nicht versuch- ten Wege geltend zu machen sucht und gegen die Un- vernunft mit seltner Kraft und hohem Mut kämpft: dieser Mann wird von ihnen noch leidenschaftlicher gehaßt“ (S. 18). Das sind Worte eines Mannes, der voll und ganz von der Richtigkeit der Fichteschen Ideen über- zeugt ist,“) und der bereit ist, für den Urheber dieser ldeen mit aller Kraft einzutreten. Fichte, wie die neuere Philosophie im allgemeinen, will er, Schau- mann, verteidigen gegen die Vorwürfe, daß die neue Philosophie zum Atheismus führe, daß sie dem Staate und der bürgerlichen Ruhe und Ordnung gefährlich sei, und daß ihre Grundsätze für die studierende Jugend verderb- lich seien.“) Dem lesenden Publikum will er das Urteil überlassen, ob die Anklagen berechtigt sind. Schau- mann stellt sich vollständig auf den oben erwähnten Fichteschen Standpunkt, nur ein sachverständiges, ein gelehrtes Publikum habe zu entscheiden.
¹) Versuch einer Kritik aller Offenbarung, Königsberg 1792, in Sämtl. Werke V, 9 ff. ²) Man vergleiche damit den Brief Schauma nus an
Fichte aus dem Jahre 1795, abgedruckt in Fichtes
Leben und Briefwechsel, Band II. S. 517.
¹) Aus dem kKurfürstlich sächsischen Requisitionsschreiben an
den Weimarischen Hof vom 18. Dezember 1798,
abgedruckt in Fiehtes Leben und Briefwechsel. Bd. II, S. 82.


