Scholastiker wie G. Biel¹) nicht mehr vom Begriffe des Ens behaupteten, er sei univocus. Vor allem sei zu beachten. daß Gott sich nicht in Kategorien einordnen läßt. Schmidt verweist dabei auf Gerhar d.“) Die Theologen, so Augustin?), die beiden Scholastiker P. Lombardus“) und lnomas von Ad ui n 0, naben allerdings behauptet, Gott sei eine Substanz, sie setzten aber immer hinzu: substantia eminenter.„Nur eine Probe ihrer Vorsicht, um zu verhindern, daß nicht das Unendliche zum Endlichen herabgesetzt werde“ (S. 33).
Schmidt ist damit mit seiner eigentlichen Aufgabe, Abgabe seines Urteils über den Fichtesc hen Auf- satz, zu Ende. Es ist merkwürdig, in dem Zeitalter Kants, des Zertrümmerers des Dogmatismus, zum Ver- gleich scholastische Dogmatiker herangezogen zu sehen. Schmidt ist sich dieses Sonderbaren selbst bewußt. Er bittet, ihn deshalb nicht zu tadeln.„Ich weiß es sehr gut, daß wegen Mangel an exegetischen und historischen Kenntnissen jene Dogmatiker weit unter den neueren stehen. Aber noch weiß ich kein Wort davon, daß an scharfer Bestimmtheit der Begriffe und strenger Konse- quenz des Denkens ihnen die neueren nur einigermaßen gleich gekommen seien“(S. 34). Zum Schluß fügt Schmidt noch die Frage an:„Wie es wohl kam, daß Fichte des Atheismus angeklagt wurde?“(S. 35.) PEr erinnert zunächst an Wolff, der ebenfalls atheistischer Lehren beschuldigt wurde. Einen Teil der Schuld findet
2) Vgl. Linsemann, Gabriel Biel, der letzte Scholastiker und der Nominalismus, in Theol. Quartalsschrift, 47. Jahrgang, Tü- bingen 1865, S. 619.
2) Gerhards Exegesen waren mir nicht zugängig gewesen.
3) Vgl. Migne, Patrologiae Cursus Completus, Series Latina, Bd. 42. Parisiis 1886: Augustinus, De trinitate, liber 7, Cap. V, S. 942, und Adolf Harnack, Lehrbuch der Dogmengeschichte, 4. Auil. 3. Bd., Tübingen 1910, S. 111.
) Magistri Sententiarum Libri IV Petro Lomba r do Epi- scopo Parisiensi autore, Lugduni 1581, Liber I., dist. 8., Blatt 193 vgl. dazu Otto Baltzer, Die Sentenzen des Petrus Lombardus, in Studien zur Gesch. der Theologie und der Kirche, Bd. 8. Leipzig 1902. Heft 3. S. 43.


