lasse, mit der Frage,„warum denn nicht lieber drei oder vier Augen; denn man hat doch auch Beispiele, daß Men- schen ihre beiden Augen verloren haben?“(S. 14). Die Ablehnung der Möglichkeit, vom transcendentalen Ge- sichtspunkte aus von der Sinnenwelt aus auf einen UT- heber derselben zu schließen, erkennt Schmidt eben- falls an. Er erklärt seinen Lesern(S. 17), was transcen- dental ist:„Wenn wir Verzicht darauf tun, irgend etwas zu wissen, außer unserm Denken und den Cesetzen unsres Denkens, wenn wir die Wahrnehmung eines Ge- genstandes ansehen als einen nach den Gesetzen unsres Denkens notwendig hervorgebrachten Gedanken“. Wie bei Fichte(V,. 180)„in allem, was wir erblicken, erblicken wir bloß den Wiederschein unsrer eignen inne— ren Tätigkeit“; nicht die Dinge sind Gegenstand des transcendentalen Denkens, sondern die Erkenntnis der Dinge. Begründer dieses Standpunktes sei Kant. der, veranlaßt„durch Humes Skepse gegen die Gewißheit unsres Wissens die Philosophie genötigt hat, diesen Standpunkt zu betreten“(S. 17). Schmidt meint da- mit die„Untersuchungen über den menschlichen Ver- stand“, in deren Schlußabschnitt„Von den skeptischen
und anderen philosophischen Svystemen“ Hume den
Skeptizismus behandelt(..„„daß alle unsre Erkenntnisse
von Ursache und Wirkung sich bloß und allein auf Ge-
wohnheit gründen, und daß der Glaube mehr eine Hand-
lung des sinnlichen als des denkenden Teiles unserer
Natur sei“).“) Kant gibt den Einfluß Humes Selbst
Zzu:„Ich gestehe frei: die Erinnerung des David
Hume war eben dasjenige, was mir vor vielen Jahren Zuerst den dogmatischen Schlummer unterbrach und meinen Untersuchungen im Felde der spekulativen Phi- losophie eine ganz andre Richtung gab.“²)
In dem bisherigen Teil seines Aufsatzes hatte Fichte nur verneint; in dem folgenden hat er dann Positives gebracht. Er leitete Selbst den Grund unsres
¹) David Hume, Über die menschliche Natur, Bd. 1. S. 369. Aus dem Englischen von Ludw. Heinr. Jakob. Halle 1700.
*) J. Kant, Prolegomena. 1783. S. 13.


