Druckschrift 
Die Giessener Beteiligung an dem Fichteschen Atheismusstreit / eingereicht von Friedrich Herweck, geboren in Darmstadt
Entstehung
Einzelbild herunterladen

RN elt. Ila anden olff a8 Zu- n Not. leiten, n Zu- Wo SSetzt.

ver-

nsein

unkte r Na- lenta- ichts-

der 1 Ur- dung Aus- das

rage. ehte 7, die

auf In- elten be- aupt sind i) will-

kommenen Anlaß, auf Fragen, die in damaliger Zeit im Mittelpunkte wissenschaftlicher Erörterungen standen, einzugehen. Vor allem war dies der Streit um die sog. Gottesbeweise, der durch Kants Kritik aufs Neue ent- drannt' war. Vom Standpunkte der reinen Naturwissen- schaft, führt Schmidt aus(S. 9), kann man alle Er- scheinungen von einem letzten Prinzipe ableiten, wie Newton es tat. Unterwirft man dieses Prinzip der Ur kräfte dennoch einem höheren, so ist das Gebiet der reinen Naturwissenschaft verlassen. Es ist ebenso will- kürlich, wenn wir dieses nöhere Prinzip als letztes an- erkennen, wie wenn wir darüber noch ein höheres setzen. Nicht einzusehen ist, wie wir hierdurch zur Annahme einer heiligen Gottheit, einer Gottheit, in Bezug auf welche es nicht Eins ist, ob wir moralisch oder unmora- lisch handeln kommen sollten(S. 11). Dann wendet sich Schmidt entschieden gegen die Anhänger des Sog. physiko-theologischen Gottesbeweises, diein der Zweckmäßigkeit der Natureinrichtungen den Grund zur Annahme eines weisen und gütigen Welturhebers*) zu finden glauben.Statt über die alte Bibel fanden es die Religionslehrer sehr bequem, über das schöne Buch der Natur zu predigen*²)(S. 13). Dadurch sei es gekommen, daß man diesem Zeitalterden Vorwurf machte, daß es lieber spiele als ernsthaft denke und handle. Schmidt findet diesen Vorwurf nicht unberechtigt. Wie wenig An- spruch auf Gültigkeit der physiko-theologische Gottesbe- weis habe, beweist Schmidt durch Widerlegung eines der üblichen Beispiele,) der Behauptung, daß das Vor handensein von zwei Augen statt nur einem doch auf die Existenz eines weisen und gütigen Schöpfers schließen

¹) Vgl. Schmidt. Christl. Dogmatik, S. 92.

2) In seinem Lehrbuch der Sittenlehre 1799, S. 142 wendet Schmidt folgenden drastischen Vergleich an:Wer dieses(Natur- predigen und Katechisationen) für Gottesverehrung hält, gleicht jenem, der sich an seiner Pastete gütlich tut und das angenehme Gejühl, das jetzt aus der Befriedigung des verwöhnten Gaumens entstehet, für Gefühl der Dankbarkeit gegen den guten Geber aller Dinge hält.

³) Der hier erwähnte Martinets Katechismus der Natur, wohl in Joh. Arnold Eberts Episteln und vermischte Schriften, Hamburg 17890. 1795, ist mir nicht zugängig gewesen.