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Die Giessener Beteiligung an dem Fichteschen Atheismusstreit / eingereicht von Friedrich Herweck, geboren in Darmstadt
Entstehung
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wird erworben z. B. durch das Betrachten der Welt. Fichte, betont Schmid t, will nur die noti a insita gelten lassen, der Glaube ist vorhanden. Fichte stellt sich dadurch in Gegensatz zu Wolff und dessen Schule, diein dem Denkgesetze:das Zu- fällige(contingens) ist als Wirkung von einem Not- wendigen(necessarium) als Ursache abazuleiten, nachdem man vorausgesetzt hat, die Welt sei ein Zu- fälliges, den Grund des Glaubens an Gott suchen.) Wo wird nun der Philosoph, der jenen Glauben voraussetzt. den Grund zu diesem Glauben suchen? Fichte ver- warf die Anschauung, daß man von dem Vorhandensein und der Beschaffenheit der Sinnenwelt notwendig auf einen Urheber derselben schließen müsse. DennSnlt- weder erblickt man die Sinnenwelt aus dem Standpunkte des gemeinen Bewußtseins, den man auch den der Na- turwissenschaft nennen kann oder vom transcendenta- len Gesichtspunkte aus(V, 179). Von beiden Gesichts- punkten aus kann der unter derVormundschaft der Vernunft stehende Verstand einen Schluß auf einen LIE- heber der Sinnenwelt nicht ziehen. Zur Begründung führte Fichte für den ersten Fall an, daß der Aus- gangspunkt, die Welt, etwas Absolutes sei, etwas das schlechthin) ist), d. h. eine unbedingte unumstößliche Wahrheit, für die es eine Beantwortung der Frage, warum, zu wessen Zweck ist das so? nicht gibt. Fichte verwirft von diesem Standpunkt aus die Anschauung, die Welt und ihre Formen lasse auf eine Bestimmung, auf einen Zweck schließen, ebenso den Satz, daß eine In- telligenz Urheber der Sinnenwelt sein muß. Im Zweiten Fall also, vom transcendentalen Gesichtspunkte aus be trachtet, gebe es eine für sich bestehende Welt überhaupt nicht. Nicht die Dinge, die Welt in unserm Fall, Sind Gegenstand des Denkens, sondernalle Erkenntnis¹) Diese Ausführungen Fichtes geben Sehmidit will-

4) Vel. J. E. Chr. Schmidt, Christliche Dogmatik, Gießen 1800, S. 91: sog. kosmologischer Gottesbeweis.

²) UÜberSchlechthin vgl. Wissenschaftslehre I. 93.

3) UÜbersein Vgl. Rückerinnerungen, Antworten, Fragen: V. 32

*) Vel. Kant. Kritik d. r. Vernunft, 2. Aufl. Riga 1787. S. 25.