weisen.“ Die Schmidtsche Nachricht ist somit in der ersten Hälfte des März 17900 geschrieben und ver- öffentlicht worden. Einen besonderen Grund für die Ab- fassung gibt nur Schaumann an:„Der Verfasser befindet sich in dem Fall, über die bekannten und als atheistisch verrufenen Aufsätze in dem philosophischen Journal von Fichte und Niethammer seine Col- legialstimme ablegen zu müssen“(Vorerinnerung S. III). Daß dieses„Collegialstimme ablegen müssen“ veranlaßt worden war durch das auf S. 5 erwähnte Zirkular, ist wohl anzunehmen, aber nicht nachgewiesen, da eine Liste der auf S. 5 erwähnten Theologen und Philosophen meines Wissens nicht vorhanden ist und mir Veröffent— lichungen aus dem Nachlasse Schaumanns nicht bekannt sind. Beide Verfasser standen in brieflichem Verkehr“) mit Fichte, so daß sie es wohl auch als ihre Freundespflicht betrachtet haben, in den Streit einzu- greifen. Der Schmidtschen Nachricht vorgedruckt ist eine Ankündigung des Verlegers, worin mitgeteilt wird, daß„gegenwärtige Abhandlung eigentlich aus der Allgemeinen theologischen Bibliothek des Verfassers ge- nommen und besonders abgedruckt ist, um sie dem größeren Publikum in die Hände zu bringen“, aber„daß diese paar Bogen nur als eine Vorläufige Nachricht.... gelten sollen“. Die Allgemeine Bibliothek der neuesten theologzischen und päda- gzogischen Literatur, nse. von J. fE. Chr. Schmidt, enthält denn auch im 3. Band, 3. Stück auf den Seiten 366 380„Noch einige Worte über die Fichtesche Theologie“, die jedoch nicht als die in Aussicht gestellte ausführlichere Schrift gelten können, vielmehr nur eine Antwort auf Prof. Gabl ers Rezen- sion der Schmidtschen Nachricht im Neuen theol. Journal 1790., Stück 2. J. 244 sind. Viel⸗ leicht war in der gemeinsam mit Prof. Snell her- ausgegebenen„Erläuterungen der Transcendental-Philo- sophie“, Gießen 1800, vorgesehen, in ausführlicher Dar- stellung die Fichtesche Philosophie zu behandeln; sie sind aber über das 1. Stück nicht hinausgekommen.
¹) Vel. Bichtes Leben I. 236 und II, 517.


