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hessische Dienste; er lebte in Gießen und liegt dort begraben. Sein noch vorhandener Grabstein bezeichnet ihn als Kurator der Universität. Sein Enkel war der Karl Jakob Georg Jeremias, der sich am Beginn des Sommersemesters 1763 in seiner Vater- stadt deponieren und wohl auch immatrikulieren ließ. Er war am 5. Mai 1748 geboren, also beim Besuch der Hochschule noch nicht ganz fünfzehn Jahre alt. Möglicherweise ging aber auch die Deposition der eigentlichen Studienzeit um ein oder mehrere Semester voraus; es kam ja vor, daß Eltern ihre Söhne sogar schon im Kindesalter der Deposition unterwarfen, um ihnen die Anwartschaft auf das akademische Bürgerrecht zu sichern. v. Zang starb im Jahr 1819. in Langgöns als pensionierter Regierungsrat und Oberbeamter des Amts Hüttenberg.
Auch von demn Depositor ein Wort. Wenn er die Urkunde selbst verfaßt hätte, mützte er sich der akademischen Bildung erfreut haben; und wenn die historischen Deduktionen, die sie enthält, auf selb- ständigen Studien beruhten, wäre er ein schwer gelehrtes Haus gewesen. Aber diese Ausstaffierung der Depositionsbriefe war wohl die allgemein übliche, so daß weder die Gelehrsamkeit noch selbst die Sprache des Dokuments einen Rückschluß auf die geistigen Qualitäten des Ausstellers geraten macht. Dieser war nämlich, wie Corpsbruder Schmitt mir aus den Universitätsakten hat feststellen lassen, seines Zeichens Universitätsdiener, was man wohl schon damals werden konnte, ohne das Gymnasium durch- gemacht zu haben. Freilich wäre es nicht unmöglich, daß wir in dem so stattlich das klassische Roß tummelnden Depositor einen nicht zum Ziel gelangten Exstudenten vor uns hätten, der, ähnlich wie der von Laukhard so drastisch geschilderte Eulerkapper, sein


