ſtiegen, d. h. auf 86%. Es war dieſes Winterſemeſter das letzte, wo Immaturi als Muli überhaupt noch zugelaſſen werden konnten. Aber auch im Sommerſemeſter 1903 waren ja Immaturi nicht ausgeſchloſſen, ſofern ſie bereits anderswo ihr Studium begonnen hatten. Es wäre ein verhängnisvoller Irrtum, zu glauben, daß 32 jetzt Neuimmatrikulierte, die dem Fache der Tierheilkunde angehören, alle dem erſten Se⸗ meſter angehören, alſo Maturi ſind. Das iſt durchaus nicht der Fall. Unter dieſen 32 Neuimmatrikulierten, der Hälfte des Vorjahres, befinden ſich nur6 mit dem Reifezeugnis, die übrigen 26 haben nur das Primanerzeugnis, ſind alſo Immaturi, die ſchon früher an anderen Hochſchulen ſtudiert haben, ſich jetzt aber beeilten, eine Volluniverſität zu beziehen. Alſo auch in dieſem Semeſter kommen auf die neuimmatrikulierten Veterinäre 81% Immaturi. Ein ſolcher Zugang iſt auch in den nächſten Semeſtern möglich. Dann wird er aber auf⸗ hören. Die neuen Prüfungsbeſtimmungen mit ihrer Ver⸗ ſchärfung der Vorbildungsvorausſetzungen treten alſo erſt all⸗ mählich in volle Wirkſamkeit; nur in den nächſten Jahren wird das wirkliche Verhältnis noch verſchleiert.
Eine ziemlich heikle Frage iſt die, warum die vielen Immaturi ſich bislang dem Studium der Veterinärwiſſenſchaft zugewandt haben. Haben ſie die abſolvierte Sekunda einer höheren Schule um deswillen verlaſſen, weil ſie das Reife⸗ zeugnis für das Studium nicht brauchten, oder ſind ſie Vete⸗ rinäre geworden, ſtatt Juriſten, Philoſophen und Mediziner, weil ſie keine Chancen hatten, das Abiturientenexamen zu beſtehen? Der Statiſtiker muß bei der Beantwortung dieſer Eventual⸗ frage ſehr vorſichtig ſein. Zahlreiche Wahrnehmungen beſtä⸗ tigen immerhin die Vermutung, daß viele Gymnaſiaſten und Realgymnaſiaſten, denen die Schulbank unbequem geworden iſt und denen namentlich die Geheimniſſe der klaſſiſchen Sprachen unüberwindliche Schwierigkeiten bereiteten, es vorzogen, auf eine Fähnrichpreſſe überzugehen oder Apotheker und Tierärzte


