Am beſten zeigt ſich der jetzige Geſamtaufſchwung der Uni⸗ verſität Gießen, der durch keine mißgünſtige Kritik verkleinert werden kann, in der einfachen Mitteilung der Fakultätsziffern dieſes Sommerſemeſters:
Theologiſche Fakultät 67 Studierende Juriſtiſche Fakultät 206 Studierende
Mediziniſche Fakultät 333 Studierende Philoſophiſche Fakultät 410 Studierende.
Vor 25 Jahren(Sommerſemeſter 1877) waren die ent⸗ ſprechenden Zahlen:
Theologiſche Fakultät 20 Studierende Juriſtiſche Fakultät 83 Studierende Mediziniſche Fakultät 75 Studierende
Philoſophiſche Fakultät 143 Studierende.
Die Zunahme in dieſem letzten Vierteljahrhundert iſt alſo in Prozenten ausgedrückt:
in der theologiſchen Fakultät 335% in der juriſtiſchen Fakultät 248% in der mediziniſchen Fakultät 430%
in der philoſophiſchen Fakultät 287%.
Leider liegen zur Zeit die Perſonalbeſtandsregiſter der deutſchen Univerſitäten für das Sommerſemeſter 1902 im Drucke noch nicht vor. Wir können alſo die jetzige Frequenz der Ludoviciana mit derjenigen der deutſchen Schweſteruniverſitäten noch nicht in Ver— gleich bringen. Wollen wir auf eine ſolche Parallele, die ja be⸗ ſonders lehrreich iſt, nicht Verzicht leiſten, ſo müſſen wir uns an die Ausweiſe für das vorhergehende Winterſemeſter 1901/02 halten. Auf Grund dieſer Belege ergiebt ſich, daß Gießen von den 21 deutſchen Univerſitäten, einſchließlich der Akademie Münſter in W., im Winterſemeſter die fünfzehnte Stelle eingenommen hat. Ein Vierteljahrhundert vorher ſtand Gießen an der drittletzten, alſo neunzehnten Stelle. Hinter Gießen rangierten damals nur noch
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