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Münſter und Roſtock, während im verfloſſenen Winter Gießen die ſechs Univerſitäten: Greifswald, Jena, Kiel, Königsberg, Münſter und Roſtock überflügelt hatte. Da im nächſten Winterſemeſter die Akademie Münſter die langerſehnte juriſtiſche Fakultät zugeſtanden erhält, und die weſtfäliſchen Juriſten ganz vorwiegend unſere heſſiſche Nachbaruniverſität Marburg bezogen, ſo muß die Mar⸗ burger Juriſtenfakultät darauf gefaßt ſein, etwa die Hälfte ihrer Juriſten an die weſtfäliſche Provinzialhauptſtadt abgeben zu müſſen. Es bedeutet das für ſie einen Verluſt von etwa 100 Studenten, ſodaß es nicht unwahrſcheinlich iſt, daß im nächſten Winterſemeſter Gießen an die achtletzte Stelle unter den deutſchen Univerſitäten rückt und Marburg überwindet. Möglich iſt ſogar, daß Münſter, das in den letzten Jahren einen ſehr raſchen Aufſchwung genommen hat, ebenfalls Marburg ſchlägt und in der Zuhörerzahl auch mit Gießen in ernſten Wettbewerb tritt. Unterſtützt wird es jedenfalls in dieſer Richtung hin durch die ſtarke Zunahme der Studierenden der katholiſchen Theologie, die auch ein Zeichen der Zeit iſt. Was nun den Lehrkörper der Gießener Hochſchule in ſeiner Entwickelung in den letzten 50 Jahren anbetrifft, ſo hat derſelbe natürlich ebenfalls Änderungen und Erweiterungen erlebt. Sie ſtehen aber nicht annähernd im Einklang mit der Zunahme der Studentenſchaft. Vor 50 Jahren wirkten in Gießen 59 Univer⸗ ſitätslehrer, vor 25 Jahren waren es 53; inzwiſchen war nämlich die katholiſch⸗theologiſche Fakultät aufgelöſt und die techniſchen Fächer nach Darmiſtadt übertragen worden. Nach weiteren 25 Jahren, alſo gegenwärtig, beſteht der Lehrkörper der Ludoviciana aus 77 Dozenten. Auf dieſe Entwickelung im Einzelnen einzu⸗ gehen, bleibt einer ſpäteren Betrachtung vorbehalten. In dieſer ſoll auch die ſehr bemerkenswerte Geſtaltung der Budgetverhält⸗ niſſe des Univerſitätsetats behandelt werden, und endlich ſoll eine Unterſuchung nach der Richtung hin angeſtellt werden, die, ſoviel uns bekannt, noch nirgends verſucht worden iſt, welche finanzielle Vorteile die Stadt Gießen mittelbar und unmittelbar aus ihrer Eigenſchaft als Univerſitätsſtadt genießt. Für eine ſolche Unter⸗ ſuchung ſind freilich umfangreiche Vorarbeiten über die Steuer⸗


