gefähr im Einklange ſteht mit der natürlichen Bevölkerungszunahme, kommt das Plus ſo gut wie ausſchließlich auf die Zunahme der Nichtheſſen, namentlich aus anderen deutſchen Bundesſtaaten. Die Zahl der letzteren Gruppe von Beſuchern iſt von Jahr zu Jahr ſtändig geſtiegen, und in dem Sommerſemeſter 1902, das uns 1012 Studenten brachte, verzeichnet eine vorläufig aufgemachte Berechnung 605 Heſſen und 397 Nichtheſſen, d. h. 3 der jetzt immatrikulierten Studenten, die in Gießen ihre akademiſche Aus- bildung zu gewinnen ſuchen, ſtammen von auswärts, während 1866 das Verhältnis zwiſchen Heſſen und Nichtheſſen etwa 9:1 war.
Die verhältnismäßige Zunahme der Studentenzahl in der wiederholt gekennzeichneten letzten Periode verteilt ſich freilich nicht ganz gleichmäßig auf die einzelnen Fakultäten und Fächer. Am wenigſten nehmen an der Zunahme die Theologen teil. Verfolgt man ihre Zahl bis in die 20er Jahre des vorigen Jahrhunderts zurück, ſo findet man, daß es in Gießen etwa bis zu Beginn des dritten Jahrzehntes verhältnismäßig recht viel Theologen, nämlich durchſchnittlich etwa 100 gab. Dieſe Zahl geht dann ganz lang— ſam bis in das fünfte Jahrzehnt auf die Hälfte herunter. Gegen Ende der 60er Jahre fällt die Zahl dann weiter und erreicht im Winterſemeſter 1874/75 mit 8 Studenten den größten Tiefſtand. Auch in den zehn Jahren von 1870—- 1880 ergiebt der Semeſter⸗ Durchſchnitt nur etwa 16 Theologen. In den 80er Jahren ſteigt dann wieder ihre Zahl und überſchreitet wiederholt und jahrelang etwas die Zahl 100, bis dann die 90er Jahre, die einen Durch⸗ ſchnitt von 71 Studierenden aufweiſen, eine mäßige, erheblichen Schwankungen nicht ausgeſetzte, Schmälerung der Frequenz bringen. In den letzten 5 Semeſtern ſtudieren in Gießen durchſchnittlich 64 Theologen, in dem jetzt laufenden Sommerſemeſter iſt die Zahl geſtiegen. Eigentümlich iſt der theologiſchen Fakultät in Gießen, was die Zuhörerſchaft anbetrifft, der Charakter als reine Landes⸗ univerſität, der ſich in der letzten Zeit beſonders ſtark ausgeprägt hat. Zu den theologiſchen Modeuniverſitäten hat Gießen an— ſcheinend nie gehört. Hierfür kamen früher beſonders Greifswald, Halle und Erlangen in Frage, neuerdings giebt Greifswald an


