— 28—
folgen natürlich dieſem Rufe gern. Aber ſehr bald tritt der Wettbewerb des größeren Staates wieder auf und macht der kleinen Univerſität die eben erſt mit verhältnismäßig großen Opfern gewonnenen tüchtigen Kräfte wieder abſpenſtig. Der Vorteil iſt alſo für die kleine Univerſität, wie geſagt, nur ein vorübergehender und verwandelt ſich in einen Nachteil, weil es unmöglich dem akademiſchen Unterricht von Vorteil ſein kann, wenn das Pro— feſſorentum fortgeſetzt wechſelt. Kaum eine andere Univerſität, vielleicht mit Ausnahme der ſchweizeriſchen, hat früher unter dieſem Mißſtand ſo ſehr zu leiden gehabt wie Gießen. Verfo lgt man die Geſchichte der Univerſität, ſo findet man, daß ſie nur ein kurzes Durchgangsſtadium für zahlreiche Gelehrte von Ruf bildete. Aber die neuen Profeſſoren blieben Gießen nicht erhalten und machten von der enormen Freizügigkeit, die das Prof eſſoren⸗ tum vor allen anderen Beamtenkategorien auszeichnet, rückſichtslos Gebrauch. Auch das hat ſich glücklicher Weiſe in der jüngſten Zeit erheblich gebeſſert. Die Annehmlichkeiten materieller und ideeller Natur, die Gießen zu bieten vermag, ſind größer ge⸗ worden. Materiell unterſtützt in erfreulicher Wechſel wirkung die ſteigende Frequenz die ökonomiſche Poſition der Profeſſoren, in ideeller Hinſicht kommen der kollegiale Zuſammenhang, die beſſeren Lehrmittel, namentlich die großartigen neuen Inſtitute, die Viel⸗ ſeitigkeit des Studentenmaterials und das freie Selbſtverwaltungs⸗ recht der Univerſität, das in der loyalſten Weiſe gewährleiſtet iſt, in Frage. Und ſo zeichnet ſich die neueſte Periode der Univerſität Gießen nicht zum mindeſten dadurch aus, daß die neu vernifenen Profeſſoren anſäſſiger und lokal— ⸗patriotiſcher werden. Dadurch bekommt die Hochſchule einen ſtetigeren Charakter und äußert eine größere Anziehungskraft. Wenn man die kräftige und anhaltende Zunahme der Frequenz der Univerſität in den letzten Jahren genauer betrachtet, ſo fällt ohne weiteres eine Thatſache in die Augen, nämlich der größere Prozentſatz der Studierenden, die Nichtheſſen ſind gegenüber den Heſſen. Dieſer Prozentſatz erklärt faſt allein die Zunahme der Studierenden in der fraglichen Zeit.
Während die Zahl der in Heſſen gebürtigen Studierenden un⸗
gefäh komn Nich
wier gan wen
man
zurt drit dur


