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Mein Konflikt mit den Gießener Veterinären und der medizinischen Fakultät daselbst : eine aktenmäßige Darstellung der in Frage kommenden Vorgänge mit einem kritischen Nachwort / von Dr. jur. et phil. M. Biermer, o. ö. Professor der Nationalökonomie und Statistik
Entstehung
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in der ſtarken Zunahme der Ausländer. Es iſt ein ſehr heikles Gebiet, unterſuchen zu wollen, wie weit der Ruf eines hervor⸗ ragenden Univerſitätslehrers ſeine Zuhörerzahl direkt oder indirekt zu beeinfluſſen vermag. Eine ſolche Wechſelwirkung wird viel fach arg überſchätzt. Will der Statiſtiker vorſichtig ſein und eine ſolche Vorſicht iſt nirgends mehr am Platze, als bei ſtatiſtiſchen Schlüſſen ſo wird er, ſoweit das vorhandene Zahlenmaterial überhaupt für ſichere Folgerungen verwertbar iſt, ſich darauf be⸗ ſchränken müſſen, feſtzuſtellen, daß der berühmte Dozent, d. h. derjenige, der Schule macht, in erſter Linie Ausländer heranzieht. Beim inländiſchen Studenten hängt die Wahl der Univerſität in der Regel von ganz anderen Faktoren ab, als von der Bedeutung des Lehrkörpers. Landsmannſchaftliche Neigungen, finanzielle Ge⸗ ſichtspunkte, die Schönheit der Gegend, das Prüfungsweſen, der Zug nach der Großſtadt, das Verbindungsweſen, ein gewiſſer Heerdentrieb, den die Mode begünſtigt u. v. a. m. beeinfluſſen ſeine Entſchließung viel mehr, als die Lehrmittel und Lehrkräfte, die die einzelne Hochſchule bietet. Beim Ausländer und bei den⸗ jenigen inländiſchen Univerſitätsbeſuchern, die ihr Studium ſchon ganz oder wenigſtens in der Hauptſache vollendet und ihre Exa⸗ mina abgelegt haben, iſt die Sachlage erfahrungsgemäß eine ganz andere. Hier giebt der Dozent, was Wahl der Univerſität anbe⸗ trifft, vielfach den Ausſchlag. Die Gießener Univerſitätsſtatiſtik aus ihrer früheren glänzendſten Periode, der Liebig'ſchen, bringt zu dieſem Erfahrungsſatze einen intereſſanten Beitrag. Zwei Drittel der Zuhörer Liebigs kamen nach Gießen von auswärts, und niemals hat Gießen verhältnismäßig ſoviel nichtdeutſche Studierende in der Matrikel der Univerſität geſehen, wie zu jener Zeit. Die Liebig'ſche Periode belegt aber auch noch einen weiteren Erfahrungs⸗ ſatz, nämlich den, daß der berühmte bahnbrechende Gelehrte ſeine Zuhörer bei ſeinem Abgang in einen neuen und größeren Wir⸗ kungskreis nicht gleich nachzuziehen vermag. Er hat ſeine Univer⸗ ſität international bekannt gemacht, und ſie zehrt von dem da⸗ durch geſchaffenen Rufe und bleibt zugkräftig noch geraume Zeit nach ſeinem Weggange. Wir könnten das mit verſchiedenen Bei⸗