Druckschrift 
Mein Konflikt mit den Gießener Veterinären und der medizinischen Fakultät daselbst : eine aktenmäßige Darstellung der in Frage kommenden Vorgänge mit einem kritischen Nachwort / von Dr. jur. et phil. M. Biermer, o. ö. Professor der Nationalökonomie und Statistik
Entstehung
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ſcher Zahlen richtig zu ſtellen. Es iſt immer beſſer, Tatſachen nicht vertuſchen zu wollen, von denen man weiß, daß ſonſt der Kritiker und Konkurrent ſie herausklügelt und zum Gegenſtand unerfreulicher Betrachtungen macht.

Was ich hinſchrieb und ſpäter in die Zeitung brachte, ſollte nichts anderes als eine harmloſe ſtatiſtiſche Skizze ſein, eine anſpruchsloſe Gelegenheitsſchrift für weitere Kreiſe be⸗ rechnet, etwas lokalpatriotiſch gefärbt und ſoweit mir das gegeben iſt auf den bekannten Jubiläumston geſtimmt. Hierbei war es ganz ſelbſtverſtändlich, daß ich gewiſſe perſön liche Anſchauungen, über die ſich natürlich ſtreiten läßt, zum Ausdruck brachte. Ich verfolge ſeit Jahren den Anſturm gegen die geſchichtlichen Grundlagen unſeres deutſchen Univerſitäts lebens nicht ohne ernſte Bedenken und habe mich, ſoweit es in meinen Kräften ſtand, gegen die Experimentiererei auf dem Gebiete des Hochſchulweſens mit Lebhaftigkeit gewehrt. Der Erfolg war bislang auf der anderen Seite, unterſtützt durch eine hohe Protektion einerſeits und einen ſchlappen Widerſtand andererſeits. Wir werden vielleicht in Deutſchland noch man ches Unliebſame auf dieſem Gebiete erleben. Es wird eben jede Inſtitution ſo ſchlecht behandelt wie ſie es verdient.

Der Verleger und die Redaktion desGießener Anzeigers akzeptierten meinen Aufſatz nicht nur bedingungslos, ſondern hielten es ſogar für angemeſſen, ihn in einer Sonderbeilage ihrer Zeitung in größerer Auflage zu verbreiten. Offenbar wurden ſie dabei von der Abſicht geleitet, meine Studie in einer Form ihrem Leſerpublikum zugänglich zu machen, die es erleichterte, ſie als Erinnerungs- und Gelegenheitsſchrift aufzubewahren und gegebenen Falls an auswärtige Intereſſen⸗ ten, hauptſächlich an frühere Angehörige der Univerſität, weiter zu geben.

Mein Manuſkript war für den Raum eines einzelnen Zeitungsblattes zu umfangreich, für einen Zeitungsbogen in dem üblichen Satze dagegen zu klein. Infolge deſſen half ſich der Verleger damit, daß er die Beilage in beſonderem Drucke