Die Entſtehung meiner ,‚Feſtſchrift“.
In dieſem Sommerſemeſter hat die Univerſität Gießen zum erſten Male in der Zahl der immatrikulierten Studenten die Ziffer Tauſend erreicht und überſchritten. Kurz vor dem Pfingſtfeſte ſtand dieſe Tatſache, die hier allſeits mit begreif— licher Genugtuung begrüßt wurde, feſt, und ſo entſchloß ich mich, die Muße der Pfingſttage, in denen ich gerade nichts beſſeres zu tun hatte, dazu zu benutzen, eine kleine ſtatiſti ſche Studie über die geſchichtliche Entwickelung der Frequenz der Univerſität, ſoweit authentiſche Zahlen hierfür zu erhalten waren, für den„Gießener Anzeiger“, das geleſenſte Lokal⸗ blatt der Stadt, zu entwerfen. Mein Beruf als Statiſtiker legte mir— ſo meinte ich— eine ſolche Betrachtung näher, als den meiſten anderen meiner Kollegen, gebot mir aber gleichzeitig, alle Momente, auch diejenigen, die nicht ohne weiteres als erfreuliche anerkannt wurden, die aber weſentlich zu dem überraſchenden Frequenzaufſchwunge unſerer Hochſchule beigetragen hatten, hervorzuheben und mit einigen kritiſchen Bemerkungen zu verſehen. Gerade weil ich wußte und öfters gehört hatte, daß in auswärtigen Univerſitätskreiſen die Zu— nahme der Zuhörerzahl der Gießener Hochſchule manchen kritiſchen Urteilen ausgeſetzt iſt, erſchien es mir zweckmäßig, möglichſt ſachlich Licht und Schatten zu verteilen und gewiſſe übertriebene Behauptungen an der Hand zuverläſſiger ſtatiſti—


