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Der Streit um die theologische Fakultät zu Gießen : sechs Aktenstücke mit Vorbemerkungen und einem Nachwort / herausgegeben vom Vorstand der Kirchlich-positiven Vereinigung für Hessen
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gegen das Urteil des preußiſchen Spruchkollegiums und für Jatho. Mag man gewiſſe Dinge, die ſich in dieſem flammenden Proteſte finden, der heftigen Erregung zu gute halten, die, durch eine ſtrupelloſe Agitation entfacht und durch die Hetzartikel der kirchenfeindlichen Preſſe genährt, in jenen Tagen herrſchte; mag ſich für die Handlungsweiſe vieler Unterzeichner jugendliche Uner⸗ fahrenheit und Unbeſonnenheit als Erklärungs⸗ und Milderungs⸗ grund anführen laſſen; mögen manche Opfer geſchickter Ueber⸗ redungskunſt vielleicht, was ſie getan haben, ſchon jetzt bereuen: trotz alledem muß dieſe Kundgebung Unwille, Bedauern und Beſorgnis um die Zukunft unſerer Landeskirche in hohem Grade erwecken. Um von Nebendingen nicht zu reden, z. B. von der unſtatthaften Einmiſchung in die inneren Angelegen⸗ heiten einer anderen Landeskirche, von der gröblichen Beſchimpfung einer Kirchenbehörde, die nur ihre Pflicht getan hat, und von der mehr als merkwürdigen Begründung des Proteſtes, ſo iſt doch jedenfalls folgende Tatſache der ernſteſten Beachtung wert: eine große Zahl von Geiſtlichen der heſſiſchen Landeskirche iſt der Anſicht, ein Mann, der an keinen perſönlichen Gott, an keine Erlöſung durch Jeſus Chriſtus und an keine perſön⸗ liche Fortdauer nach dem Tode glaubt, derSelbſter⸗ löſung lehrt und die geſchlechtliche Liebe als die höchſte und heiligſte Art der Liebe preiſt, ſei zur Verkündigung des Evangeliums geeignet und es ſei deſſen Rückkehr in ſein Amtkraft des höheren Rechts des Glaubens zu wünſchen und zu hoffen. Aus dieſer nur allzu offenen Erklärung geht mit Notwendigkeit hervor, daß ihre Unterzeichner die grundlegenden Wahr⸗ heiten und Heilstatſachen der chriſtlichen Religion, wenn auch nicht für ihre eigene Perſon verwerfen, ſo doch für weben⸗ ſächlich und verhältnismäßig wertlos halten. Können mit ihnen, wenn das wirklich ihre wohl erwogene Anſicht iſt und bleibt, Männer, die eben darin ihren einzigen Halt und Troſt im Leben und im Sterben ſehen, in innerer Gemeinſchaft ſtehen und in einer und derſelben Kirche mit Erfolg zuſammen⸗ wirken? Aber noch nicht genug damit! Kaum 14 Tage ſpäter erließen 37 Profeſſoren der Theologie in derChriſtlichen Welt eine Erklärung, worin ſie allerdings in milderer Weiſe und mit größerer Behutſamkeit gleichfalls gegen die Entſcheidung des Spruchkollegiums Stellung nahmen. Auch ihren Aeußerungen liegt die irrtümliche Vorſtellung zu grunde, als ob einechriſtliche Perſönlichkeit und eineernſte chriſtliche Geſinnung ohne ein perſönliches Verhältnis zum perſönlichen Gott und ohne demütiges, heilsbegieriges Ergreifen ſeiner in Jeſus Chriſtus erſchienenen, Erlöſung und Verſöhnung bringenden Gnade möglich wäre. Natürlich hat ſich auch die theologiſche Fakultät in Gießen an dieſer Kundgebung beteiligt; vier von den fünf ordent⸗