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Der Streit um die theologische Fakultät zu Gießen : sechs Aktenstücke mit Vorbemerkungen und einem Nachwort / herausgegeben vom Vorstand der Kirchlich-positiven Vereinigung für Hessen
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lichen Profeſſoren, die ihr angehören, haben ſie unterſchrieben. Den lärmenden und ungebärdigen Schülern haben ſich unverweilt die klügeren und weltkundigeren Lehrer beigeſellt.Zwiſchen beiden Erklärungen beſteht, ſo heißt es treffend in Nr. 33 des poſitiven Korreſpondenzblattes vom 13. Auguſt d. J.,nicht nur ein äußerer Zuſammenhang, inſofern ſie faſt zur ſelben Zeit erſchienen ſind, ſondern auch ein innerer: dort ließen die Jünger ſich vernehmen, hier die Meiſter. Die Meiſter dürfen ſich deſſen rühmen, daß viele ihrer Jünger ihnen treu geblieben ſind. Uns zeigt aber dies ein mütige Vorgehen der Gießener theologiſchen Fakultät und vieler ihrer Schüler in dem Falle Jatho klar und deutlich, wie berechtigt unſere Forderung iſt und wie ſehr das Intereſſe an der Zukunft unſerer heſſiſchen Kirche die Erfüllung dieſer Forderung heiſcht: daß die trotz allem Gerede von der Freiheit der Wiſſenſchaft mit aller Zähigkeit feſt gehaltene Alleinherrſchaft der modernen Theologie an unſerer Landesuniverſität beſeitigt und auch die poſitive Theologie dort gelehrt wird!

Der tiefe Riß, der leider durch die evangeliſche Kirche geht, der durch die letzten Begebenheiten grell beleuchtet und ſtark er⸗ weitert worden iſt, der ſchroffe Gegenſatz zwiſchen den radikalen Neuerern und den Anhängern des alten Glaubens, der ſich auch in unſerer Landeskirche findet und durch die Erklärung der 87 allen offenbar geworden iſt, legt den Gedanken nahe, ob eine äußere Trennung der innerlich bereits Getrennten nicht um der Wahrheit und des Gewiſſens willen geradezu geboten ſei. Dieſer Gedanke wird z. B. in Nr. 176 des in konſervativen und poſitiven Kreiſen viel geleſenenReichsboten vom 29. Juli d. J. mit folgenden Worten ausgeſprochen:Der Gegenſatz nicht der beiden Richtun⸗ gen, ſondern der beiden Religionen und Welbanſchauungen iſt unüberbrückbar.... Man verſteht es daher wohl, wenn ernſte, wohlmeinende und weitblickende Männer in Erwägung ziehen, ob es um der Wahrheit und der Geſundung der Kirche willen beſſer ſei, wenn die beiden innerlich getrennten Richtungen nach einem Modus ſuchen, ſich auch äußerlich zu trennen, wenn die beiden feind⸗ lichen Brüder ſich ſcheiden, wie weiland Abraham und Lot, und zwar wenn irgend möglich in friedlicher, ſchiedlicher Weiſe. Die Auseinanderſetzung über das Kirchenvermögen dürfte dabei keine unüberwindliche Schwierigkeit ſein; wo ein ernſter, wohl⸗ meinender Wille iſt, da iſt in ſelchen Dingen uach ein Weg.

Es braucht kaum geſagt zu werden, daß eine ſolche Trennung von poſitiver Seite nicht erſtrebt wird. Wer möchte ohne Not und leichten Herzens das alte Haus, an das ihn viele Erinnerungen knüpfen, das ihm trotz aller Mängel und Schäden lieb und wert geworden iſt, abbrechen und, ſich von den bisherigen Mitbewohnern trennend, zu ſeinem beſonderen Gebrauch ein neues bauen! Und doch gibt es Fälle, in denen die Pflicht gebietet, ſich ohne Rückſicht