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Der Streit um die theologische Fakultät zu Gießen : sechs Aktenstücke mit Vorbemerkungen und einem Nachwort / herausgegeben vom Vorstand der Kirchlich-positiven Vereinigung für Hessen
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Eingabe der Theologiſchen Fakultät zu bießen an Seine Königliche Hoheit den broßherzog.

Allerdurchlauchtigſter Großherzog! Allergnädigſter Fürſt und Herr!

Eure Königliche Hoheit haben der theologiſchen Fakultät der Landesuniverſität eine Eingabe derKirchlich⸗poſitiven Vereinigung des Großherzogtums Heſſen an Großherzogliches Oberkonſiſtorium zur Kenntnisnahme und gutachtlichen Aeußerung zugehen laſſen. Wir ſprechen Eurer Königlichen Hoheit Allem zuvor unſeren gehor⸗ ſamſten Dank aus, daß in einer Angelegenheit, die die Intereſſen der Fakultät und Landesuniverſität angeht, uns die Möglichkeit offener Ausſprache vergönnt iſt. Wir ſind uns der ſchweren Verant wortung bewußt, die dieſes beglückende Vertrauen uns auferlegt. Wenn wir zu dem Geſuch derKirchlich⸗poſitiven Vereinigung im weſentlichen eine ablehnende Stellung einnehmen und in ihr be⸗ harren zu müſſen glauben, ſo wollen Eure Königliche Hoheit uns die Verſicherung gnädigſt geſtatten, daß das auf Grund eingehend⸗ ſter Erwägung und Beſprechung geſchieht, in der wir alle bei der verwickelten Sachlage in Betracht kommenden Inſtanzen des Großherzogtums, der Landeskirche, der Landesuniverſität, der theo⸗ logiſchen Fakultät ernſtlich zu berückſichtigen geſucht haben.

Das Schreiben geht von derTatſache aus, daß einevor den äußerſten Konſequenzen nicht zurückſchreckende liberale Richtung auf das innere Leben und die äußere Geſtaltung der Landeskirche maßgebenden Einfluß gewinnt. Es führt dieſetraurige Er⸗ ſcheinung der Hauptſache nach auf denzum Unglauben neigenden Zeitgeiſt, daneben aber auf den Einfluß dervorwiegend negativ⸗ kritiſchen und zum Teil bewußt unkirchlichen Geiſtesrichtung der theologiſchen Fakultät zurück. Wir können nicht umhin, dem Er⸗ ſtaunen Ausdruck zu geben, daß unſere Wirkſamkeit ſo hohbe Schätzung erfährt. Wir ſelbſt denken über ſie beſcheidener. Einerſeits erfahren wir es immer wieder, daß einzelne unſerer Schüler und zum Teil recht begabte nach den Gießener Studienjahren Wege einſchlagen, die von den unſerigen weit abzubiegen ſcheinen; ſollten dieſe