Wirkung der eine nie hinaus gelangt, für den anderen aber ist sie heilsamer Uebergang; es erfolgt bei ihm nun eine Sammlung aller Kräfte im kleinsten Punkte, welche allein den Namen der Arbeit verdient. Das nächste Ergebniſs dieser Arbeit ist die Doctordisser- tation, ihren Segen aher führt sie für das ganze Leben des Menschen mit sich. Sollten wir nicht eine Einrichtung sehnlichst herbeiwünschen, welche diesen Segen unseren Zuhörern und uns bringen kann?
Ich höre freilich einen Einwand, welcher nicht ungegründet scheint. Ich selbst habe eine Zeit lang unter seinem Einflusse gestanden. Auf einer groſsen Universität, an welcher ich meine Lehrjahre als Do- cent verbringen durfte, glaubte ich manchmal die Beobachtung zu machen, wie viel schöne Zeit in ein- zelnen Fällen doch verloren geht mit dem Suchen nach dem Thema zu einer Dissertation, die nie zu Stande kommt; und während die Kräfte des Be- treffenden zu einem guten Staatsexamen ausgereicht hätten, haben sie nun sich zersplittert und das eine— die Promotion— gar nicht, das andere— das Staats- examen— nur mit Mühe und Noth erreicht. Solche Wahrnehmung steht wohl nicht allein. Es sind diels, ich möchte sagen: die Opfer des Dissertationen- wesens, welches, wie alle Einrichtungen, seine Schattenseite hat. Doch bei näherem Beobachten wird meistens wohl sich zeigen, dals nicht die Ein- richtung, sondern die Menschen diesen Fehler zu tragen haben. Da, wo der academische Doctorgrad als wissenschaftliche Auszeichnung gewährt und


