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Über die Reform der Doctorpromotion : eine academische Rede / gehalten von Dr. Adolf Philippi, Professor an der Universität Gießen
Entstehung
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wissenschaftliche Leistung verdienen soll, da wird natürlich keine Rücksicht genommen werden können auf äuſsere Gesichtspunkte, wie auf das Bedürfnils eines Titels für eine bestimmte Lebensstellung oder auf Prämiirung mit diesem Titel zum Dank für fleilsigen Collegienbesuch. Der Doctor steht dort, wie man in der Sprache des gewöhnlichen Lebens sagt, höher, als da, wo man die Forderung der ge- druckten Dissertation aufgegeben, oder nie ernstlich gestellt hat. Diese äuſsere Thatsache steht so fest, für Alle, die da wissen und sehen wollen, daſs sie keines Beweises bedarf. Und auch ihr innerer Grund ist wohl nicht schwer einzusehen! Die Disser- tation, d. h. die gedruckte, der öffentlichen Controle ausgesetzte, gibt den Studien eines jungen Mannes ein wissenschaftliches, ein auf die Forschung gerichtetes Ziel. Ob auch ihr Gegenstand noch so eng begrenat, scheinbar noch so kleinlich ist, dem Unverstande selbst belächelnswerth erscheint, das ändert an diesem Werthe der Einrichtung nichts. Denn es handelt sich ja nicht um einen Aufsatz für dieGartenlaube oder für eine Sammlung von gemeinverständlichen Vorträgen, woran der sogenannte Gebildete seine Freude haben soll; sondern es handelt sich um ein anspruchs- loses, in der stillen Werkstatt wissenschaftlichen Ler- nens gereiftes Stück Arbeit, welches nicht zunächst nach dem Erfolge gemessen sein will, sondern nach dem Werthe, den die eigene Arbeit an sich hat. Die eigene Arbeit an sich! Das ist eine sehr inhalts-

reiche Formel(auch sie freilich gehört zu den durch