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Über die Reform der Doctorpromotion : eine academische Rede / gehalten von Dr. Adolf Philippi, Professor an der Universität Gießen
Entstehung
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richtige Verhältniſs zu der Zahl der Promotionen anderer Universitäten gestellt wird.

Wie ist nun das zu machen? Reformversuche auf dem Gebiete des Promotionswesens sind so alt, wie die academischen Grade selbst. Sechshundert- jährig und länger ist ihre Geschichte. Kaum treten in Paris, in Frankrcich überhaupt, in Wien und Prag die bekannten academischen Grade auf, ehe noch überall die Facultäten sich getrennt, gebildet haben, so begegnen wir schon verschiedenen Ansichten und verschiedener Praxis in der Ertheilung der Grade. Wir finden Differenzen zwischen verschiedenen Lehr- körpern, selbst zwischen Mitgliedern einer Facultät. Man handelte von den Leistungen des Promovenden, mehr noch von den Formalien, vielfach von den Pro- motionskosten, denn man ertheilte den Grad für Geld und Geschenke, ausnahmsweise nur umsonst, oder, wie man es nannte, um Gottes willen. Wir hören von päbstlichen Bullen, von bischöflichen und landesherr- lichen Erlassen, welche ausgleichen und regeln. Selbst die öffentliche Meinung mit ihrer mehr als rücksichts- losen Kritik zeigt uns, daſs Neues unter der Sonne auch heute nicht sich ereignet hat. Die Zustände sind so auſserordentlich mannichfaltig, daſs es schwer hält zu sehen, wo und wann der Unfug am gröſsten war: ob zur Zeit der Blüthe des Juristendoctors von Bologna(es war im 17. und 18. Jahrhundert), oder als Paris im 16. Jahrhundert das Magisterium in den Künsten mehr als freigebig verstreute, oder endlich als die Dunkelmänner die Promotionen deutscher Uni-