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Über die Reform der Doctorpromotion : eine academische Rede / gehalten von Dr. Adolf Philippi, Professor an der Universität Gießen
Entstehung
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8 genommen, die Zahl der Promotionen daselbst sich noch etwas vermindert*).

Wir würden also, wenn es so weiter ginge, nahe sieben mal so viel promoviren, wie unsere Facultät in Leipzig. Dabei ist zu bemerken einerseits dals unsere Promotionsziffer sich noch höher gestellt haben würde, wenn nicht hemmende Tendenzen gele- gentlich sich geltend gemacht hätten, andererseits daſs Leipzig keineswegs in Bezug auf Promotion besonders rigoros ist. Wollte ich unsere Ziffer mit der der philo- sophischen Facultät von Berlin vergleichen, so würde unsere Thätigkeit einen noch weit höheren Zahlenaus- druck finden.

Es folgt daraus, daſs, um mich zart auszudrücken, die von uns geforderten Leistungen leichter sind und daſs sie in dem Maſse erschwert werden müssen, durch welches die Zahl unserer Promotionen in das

*) Genau: Leipzig W. S. und S. S. 1871/2: 43 Promotionen bei 972 Stud. der phil. Fac. im W. S. 1871/2; W. S. und S. S. 1872/3: 36 Promotionen bei 1030 Stud. im S. S. 1873. Giefsen vom 1. Jan. bis 31. Dec. 1875: 43 Promotionen bei 164 Stud. d. phil. Fac. im S. S. 1875. Eine genaue Promotionsstatistik wäre wünschenswerth. Einen Anlauf dazu macht Oberbreyer,Zur Doctorfrage, Düsseldorf 1876, genügt aber noch nicht. Das Ma- terial, welches meine Freunde und ich gesammelt haben, ist viel vollständiger, aber auch noch nicht ausreichend. Die arcana des Universitäts-Verwaltungswesens erschweren genaue Feststellungen. Dals z. B. wir im letzten Decanatsjahr 43 philosophische Promo- tionen hatten, würde ich vielleicht nicht wissen, wenn ich nicht als Facultätsmitglied es erfahren mülste. So viel ich weiſs, ver- öffentlicht das Regierungsblatt nur die Promotionen der Inländer, welche doch wohl die geringere Zahl bilden.