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Das Eindringen der Aufklärung in der Universität Gießen / von Professor Drews
Entstehung
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54 Paul Drews.

Schärfer lautet das Verdammungsurteil Ouvriers. Er fügt noch die Anklage hinzu, daß Schulz ſeine Pflichten als Profeſſor der orientaliſchen Sprachen und Altertümer verſäume. Und über den Lebenswandel von Schulz fällt er das Urteil:Ein jeder weiß, daß der allgemeine Ruf für ihn ſehr ungünſtig ſey, und wohl nie⸗ mand im Corpore gerne ein ſolches Gerücht haben möchte, daß ſich aber auch niemand damit abgeben wird, juriſtiſche Beweiſe zu über nehmen. Daß H. P. Schulz den öffentlichen Gottesdienſt verſäumt, Bälle mit den Studiosis frequentirt uſw., halte ich für einen Pro- fessorem theologiae nicht anſtändig. Beſonders lang iſt der Er⸗ guß Lobſteins. Er ſucht die Anklagen ſeiner Kollegen gegen Schulz noch zu überbieten: ein Ketzer iſt Schulz unbedingt und ſein Lebens⸗ wandel anſtößig: er beſucht den Gottesdienſt nicht, wohl aberdie öſterlichen Concerte, ja er lädt die Studenten zu Tänzen in ſein Haus.Auch ſchreyt das Stillſchweigen eines orthodoxen Herrn Schwiegervaters und deſſen Mißvergnügen weit lauter über Lehr und Leben, als 100 Zeugen nimmer thun können. Man ſolle Schulz auf ſein eigentliches Fach, die griechiſche Literatur, die hebräiſche und verwandte orientaliſchen Sprachen einſchränken, mit andern Worten, ihm die theologiſche Profeſſur nehmen; ſchärfe man ihm ein, einenfeinren chriſtlichen Wandel zuführen, ſo werde er bei ſeiner Begabung einbrauchbarer Mann ſeyn, der zu ſeinem eigenen Ruhm und der Univerſität beſten lehren wird, und wird die Kirche, der ſchon wirklich Spaltungen drohen, da ein Theil der Studiosorum der Orthodoxie Hohn ſprechen, der andere der Hetero⸗ doxie(einem Bahrdt, Baſedow und...)) das vivat zurufen, von Gefahren, die Leib und Seel verderblich ſind, zu dero beſten glücklich befreyt werden.

Nach den Theologen gaben die übrigen Mitglieder des Corpus ihr Urteil ab. Die meiſten laſſen ſich auf die theologiſche Seite der Sache nicht ein; das gehe allein die Theologen an. Aber in bezug auf den Lebenswandel von Schulz halten die meiſten nicht zurück; es iſt klar: Schulz ſtand in einem bedenklichen Rufe; beſtimmte Tatſachen aber wagt keiner anzugeben. Kleveſahl, ein Theologe, der die Pro⸗ feſſur für Naturrecht und Moral inne hatte, zeiht ihn offen des Geizes. Köſter, ebenfalls von Haus aus Theolog und Vertreter der Kameralwiſſenſchaften, empört ſich gegen ſeineangefangene Ueber⸗ ſetzung des alten Teſtaments,das den meiſten Leſern anſtößig ſeyn müſſe. Z. B. daß Jacob eine Maitreſſe gehabt uſw.. Ebenſo erhebt er wider ihn die Anklage auf Arianismus und Socinianismus

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