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Das Eindringen der Aufklärung in der Universität Gießen / von Professor Drews
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Das Eindringen der Aufklärung in der Univerſität Gießen. 53 g

hat dem Lehrbegriff der Lutheriſchen Kirche gemäß zu lehren, denn darauf beruht die Landesverfaſſung. Infolgedeſſen iſt ein Reichs⸗ fürſt berechtigt,dieſe von Chriſto ſelbſt und ſeinen erlauchten Apoſteln vorgeſchriebene Lehr⸗Art von allen denjenigen vi contractus und ohne einigen Gewiſſenszwang zu fordern, welche in ſeinen Landen öffentliche Lehr Aemter bekleiden.

Schulz wird gefragt, ob er ſich alles deſſen bewußt ſei? Darauf antwortet er mit den lauteſten Beteuerungen, daß er ſich deſſen jederzeit bewußt geweſen ſei, und wer anders lehrt, der ſeider ab⸗ ſcheulichſte Betrüger, den die Sonne beſcheinen kann.

Ferner lautet Frage 4:Ob er(Schulz) nicht durch Edirung Socinianiſcher und anderer Schriften, die er dem Publicum vorgelegt, gelobt und angeprieſen, dem Socianismo(sicl) ſelbſt öffentlich das Wort geredet und ſich dadurch als ein Irrlehrer und doch wenigſtens

des Arianismi verdächtig gemacht habe? Darauf erwidert Schulz, daß er wohl die Schrift Harrwoods über den Sozinianismus(Leip⸗ zig 1773) überſetzt habe, aber dieſe Schrift ſei und dabei beruft er ſich ſchlauerweiſe wieder auf Erneſtidie beſte Schrift, die in den neueſten Zeiten zur Wiederlegung des Socianismi geſchrieben worden eine überaus kühne Behauptung, die auf die Unwiſſen⸗

heit der Darmſtädter Geheimen Räte baute! Der Anklage auf Arianismus gegenüber verſichert Schulz ſeine völlige Unſchuld: Ich glaube die 590000 1, ſo feſt, als ſie Biſchof Alexander nur immer habe glauben können. Wieder eine höchſt gewagte Be⸗ hauptung! Endlich wird Schulz die Entſcheidung vorgelegt, ob er esauf eine genaue und unpartheiiſche Unterſuchung ankommen laſſen oder ob er ſeineHeterodoxie ſchriftlich widerrufen wolle? Einerunpartheiiſchen Unterſuchung will ſich Schulz gern unterwerfen, wenn esdem höchſten Willen des gnädigſten Landes⸗ herrn ſo entſpreche, und falls er der Ketzerei überwieſen werde, ſei er zu feierlichſtem Widerruf bereit.

Wieder votierten die Theologen. Bechtold ſpielt ſich als den entrüſteten Rechtgläubigen auf und hält eine Unterſuchung für unentbehrlich; er macht ſich anheiſchig, Schulzdas Geſtändniß abzunöthigen, daß er bis hierher gegen ſeine Eydes Pflichten gehandelt, und die Studiosos theologiae zum Nachtheil des guten Rufs unſerer Academie, und der Ruhe unſerer Kirche, auf Irrwege ge⸗ leitet habe. Ueber Schulz' Lebenswandel will er kein Urteil ab geben.Ein allgemeines übles Gerücht ſei noch lange kein Grund, jemanden als einen ausgezeichn eten Taugenichts zu verurtheilen