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einen feinen Arianismus vor“, fährt er fort, und im Folgenden geſteht er, daß er ſich vergebens um das Problem gemüht habe: es ganz aufzugeben geſtatte ihm ſein Gewiſſen, d. h. ſein Vorurteil nicht, und doch ſei die Lehre weder aus Vernunft noch aus Schrift zu beweiſen geweſen. Mit dieſen Predigten bot er denn ſeinen Gegnern eine ſichere Handhabe zu ihrer Kritik. Alsbald erſchien aus der Feder des Gießener Pfarrers, Definitors und außerordent⸗ lichen Profeſſors Joh. Gottlob Schwartz, der herzlich unbedeutend war, ein„erſtes Stück“ von„Abhandlungen für die Reinigkeit der Religion“,„eine Anzeige einiger der gegen die Heils⸗Ordnung und Religion der Chriſten überhaupt ſtreitenden Irrthümer Herrn Dr. Carl Friederich Bahrdts“(Frankfurt und Leipzig, 1772). Schwartz erhebt gegen Bahrdt den Vorwurf, ſocinianiſch zu lehren. Die Schrift iſt ſcharf, enthält ſich aber aller perſönlichen Ausfälle gegen Bahrdt. Dieſe Schrift legte Bechtold, der damals Rektor war, dem Corpus academicum mit der Anfrage vor,„was in dieſer Sache zu thun ſeie“. Offenbar wollte er ſeinem Freunde Bahrdt zur Seite ſpringen. Dazu war aber das Corpus wenig geneigt. Vielmehr ward be— ſchloſſen, dieſe Schrift nach Darmſtadt einzuſchicken. War doch die Univerſität angewieſen worden, die Schriften Bahrdts und„was dahin einſchlägt“ einzuſenden und darüber zu berichten.
Bald trat auch Benner auf den Kampfplatz. Er ſchrieb gegen ihn„Erwägungen die Religion betreffend 1774“, ein Weihnachts⸗ programm: Apologia pro mysterio. quod verbum caro factum sit.“ Dem ließ er 1775 einen zweiten Teil, anonym, folgen:„An die nicht⸗ bibliſchen Reformatoren über die Lehre von der Menſchwerdung Chriſti, rein bibliſch beurteilt.“
So war in Gießen der Streit in hellen Flammen. Das war natürlich keineswegs im Sinne der Regierung. Es rächte ſich, daß man ſo unvorſichtig geweſen war, zwei Männer wie Benner und Bahrdt nebeneinander zu ſtellen. Der Geheime Rat von Heſſe, der vor allem Bahrdts Berufung betrieben hatte und Benner wenig günſtig geſinnt war, wollte Bahrdt begreiflicherweiſe ſo lange als möglich halten. Man verfiel auf den alten Ausweg, der aber immer ein Holzweg war, beiden Parteien Schweigen aufzuerlegen. Bahrdt ſollte ſich alles Dogmatiſierens und aller dogmatiſchen Vorleſungen enthalten und nur Exegetica und Kirchengeſchichte leſen, andererſeits ſollte auch Benner ſtillſchweigen. Aber Bahrdt kehrte ſich nicht an jenes Verbot. So zog er ſich immer ſchärfere Verweiſe von oben zu. In einem Schreiben vom 3. März
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