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erſterem wußte auch Bechtold, und er war raffiniert genug, Bahrdt zu beauftragen(in einem Brief vom 27. Januar 1771 bei Pott, a. a. O. S. 330), an Erneſti zu ſchreiben, er möge dem Geh. Rat von Heſſe erklären, daß er„kein ſolches Subject kenne, das er uns beyden mit Recht vorzuziehen vermöge und das dem Rufe folgen werde.“ So hoffte Bechtold in die zweite Stelle ſelbſt einzurücken— tatſächlich hat er das(1771) auch erreicht; in ſeine Stelle rückte der gänzlich unbedeutende Darmſtädter Hofprediger Ouvrier ein—, und Bahrdt machte er die Ausſicht, auf dieſe Weiſe ſofort die dritte Profeſſur zu erhalten. Bahrdt war gehorſam und Erneſti ſcheint es auch geweſen zu ſein, denn von ſeinen Vorſchlägen ver⸗ lautet nichts.
Dagegen empfahl Semler, der von der ſchwebenden Berufung Bahrdts offenbar noch nichts wußte, in einem Brief vom 22. Januar 1771 neben dem Konſiſtorialaſſeſſor Heppach im Coburg vor allem Bahrdt. Das Schreiben traf noch vor Bahrdts eigentlicher Berufung in Darmſtadt ein und hat jedenfalls die Regierung in ihrem Ent⸗ ſchluß, Bahrdt trotz allem zu berufen, beſtärkt. Der Brief mag hier um des Schreibers willen folgen, für den er gewiß bezeichnend iſt.
Hochwohlgeborener Herr Hochverehretter Herr Geheimder Rath Gnädiger Gönner.
Daß Ew. Hochwohlgeboren geruhet haben ein ſo gnädiges Schreiben an mich ergehen zu laßen, erkenne ich mit unterthänigſtem devoten Dank. Ich fühle die gantze Größe und Erheblichkeit von dieſem gnädigen Antrag: und ich ermangele nicht mit Anwendung aller Nechtſchaffenheit mein geringes Gutachten unterthänig von mir zu geben; erwarte auch, wenn Ew. Hochwohlgeboren es für gut zu erachten in Gnaden geruhen ſolten, fernern Gnädigen Befel, ob ich ſelbſt an ein oder ander subiectum erſt ſchreiben und ſondiren ſol.
Es iſt in Coburg, außer dem directore Gymnasii Fromman, der wol ſchwerlich weggehen wird, es müßte denn die Geſtalt von banque route, ſo das Gymnaſium neulich betroffen, dazu helfen, der Conſiſtorial⸗acsessor Heppach, den ich ſelbſt genau kenne, und predigen gehört habe, auch mit Ihm noch Briefwechſel unterhalte. Außer dem ſehr anſtändigen caractere, den Er hat, beſizt er volkommen eine professormäßige Gelerſamkeit, in orientalibus aber eine Stärke, die einem Michaelis nicht ſehr viel nachgeben wird; iſt in den beſten Jahren und hat Luſt zum academ. Leben; ich glaube, ſo Er es
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