40 Paul Drews.
Bei den Akten der Univerſität liegt noch ein Schreiben der Univerſität an den Landgrafen im Konzept, das nicht abgegangen iſt. Es iſt trotzdem der Beachtung wert, denn es zeigt, daß ſich die Univerſität durch den von der Regierung eingeſchlagenen Ge ſchäftsgang gekränkt fühlte: im Monat Oktober ſei„ohne unſer Mitwiſſen und mindeſtes Zuthun Bahrdt berufen und deſſen zu⸗ ſagende Antwort ihnen, d. h. der Univerſität, nicht bekannt geworden“, als bis Bechtold„dieſen durch ihn bewürkten gantzen Vorgang dem corpori“ mitgeteilt habe. Dieſe Darſtellung entſpricht den Tatſachen inſofern nicht völlig, als Bahrdt den Ruf förmlich noch nicht hatte. Er hatte nichts als die Anfrage Bechtolds, und darauf hatte er zuſagend geantwortet. Das Schreiben der Univerſität enthielt übrigens eine runde Ablehnung Bahrdts. Das gleiche gilt von dem Schreiben, das, von dem Kanzler Koch entworfen, endlich am 14. Dezember nach Darmſtadt abging. Man legte ihm die Voten Benners und Bechtolds bei. Die Meinung des Senats wird ſchließlich dahin zuſammengefaßt,„daß die einhellige Meinung derer übrigen Glieder unſeres Corporis dahin gehet, daß.... D. Bahrdt allenthalben wegen ſeiner Orthodxie verdächtig und beſchrieen, auch ſogar ſchon von zweyen bewährten theologiſchen Fakultäten(Witten⸗ berg und Göttingen) vor einen ſolchen Mann, der in hauptſächlichen Stücken unſers Glaubens von der reinen Lehre abweiche, öffentlich erklärt ſey, anbey deſſen heftige und untheologiſche Schreibart und unanſtändiges Bezeigen gegen andre verdiente Theologen keinen ächten und exemplariſchen Geiſtlichen zu erkennen gebe; mithin die Vocation des D. Bahrdts dem bishero behaupteten guten Rufe der hieſigen theolog. Fakultät nicht allein, ſondern auch der geſammten Univerſität höchſt nachteilig ſeyn, und einen höchſt empfindlichen Stoß verurſachen würde; ſolchermaßen Euer H. D., kraft des uns ob liegenden Eydes auf das inſtändigſte und angelegentlichſte unter⸗ thänigſt, wie hiemit geſchiehet, zu imploriren ſeyen, daß Höchſt⸗ dieſelben von der Vocation dieſes Mannes gänzlich zu abstrahiren die huldreichſte Entſchließung um ſo mehr zu nehmen gnädigſt ge ruhen mögten, da zum voraus abzuſehen, daß durch die Vocation dieſes Mannes, die aus höchſtpreißlicher Landesväterlicher Liebe und Huld beſchloſſene Bewürckung der Aufnahme der Univerſität wieder untergraben werden dürfte“.
Trotz dieſer faſt einſtimmigen Ablehnung Bahrdts durch die Univerſität wurde dieſer doch berufen. Wie aus einem Schreiben der Regierung an die Univerſität vom 9. Februar 1771 hervorgeht,
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