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Reputation“ für die vierte Stelle vorſchlage, iſt eine Bahrdtſche Erfindung, die er in ſeiner„Lebensgeſchichte“ vorträgt. Das aber iſt wohl richtig, daß Bechtold es geweſen ſein wird, der Bahrdts Kandidatur zuerſt aufgeſtellt hat. Jedenfalls beauftragte die Regierung Bechtold, mit Bahrdt ins Einvernehmen zu treten, ihn zu„ſondieren“. Bechtold wagte allerdings nicht— bei Gießens kleinſtädtiſchen Ver⸗ hältniſſen und bei Benners mächtigem Einfluß nicht ohne Grund—, unmittelbar mit Bahrdt zu korreſpondieren. Er benutzte einen Mittelsmann. Bahrdt antwortete auf die erſte Anfrage ſofort zu⸗ ſagend(Vgl. Pott, a. a. O., S. 317.). Er hat ſelbſt in ſeiner Lebens⸗ beſchreibung geſchildert, in welch' verzweifelter Lage ihn dieſe An⸗ frage aus Gießen traf.„Eine heiße Träne drängte ſich ins Auge hervor. Ich blickte gerührt zur Vorſicht auf. Das Herz ſchlug mir heftig, daß es mir hörbar ſchien.“ Aber er fügte hinzu:„Ich be— antwortete den Brief des Bechtold mit weit hitzigeren Bezeugungen meiner Freude— mit weit ſtärkeren Verſicherungen meines Danks gegen ſeine mir bezeugten Freundſchaftsgeſinnungen— mit weit dringenderen Bitten, die Sache auf das ſchleunigſte zuſtande zu bringen—, als es der Klugheit gemäß war“(II, S. 137, 139).
Am 25. Oktober 1770 wurde denn auch die Univerſität auf⸗ gefordert, Bahrdt zum vierten theologiſchen Profeſſor und zum Veſperprediger an der Pankratiuskirche zu ernennen.
Das wirkte wie ein Blitzſchlag in Gießen. In dem alten Benner wachte aller Zorn und alle Kraft des Widerſtandes auf. Sofort ſchrieb er an den Landgrafen und einige Tage ſpäter(am 1. November) an den Rektor. Er zeigt ſich über Bahrdts Schrift⸗ ſtellerei und bisherigen Lebensſchickſale völlig unterrichtet. Was ihn gegen Bahrdt ſo in Harniſch bringt, iſt vor allem die Leugnung der Trinität, die er ihm vorwirft.„Ew. Magnificenz weiſem Gut⸗ befinden“, ſo heißt es,„ſtelle ich anheim, ob Hochdieſelben vor nöthig achten, löblichem Senatui davon Eröfnung zu thun, um das weitere vorzukehren. Unſere Bekentnisbücher gründen ſich ausdrücklich auf das Symbolum Nicaenum und Athanasianum, nebſt dem Apostolico. Und unſere Religionsfreiheit, die ſo theuer erworben iſt, beruhet auf dieſen Bekenntniſſen, wenn wir auch das weſentliche der Religion beiſeitſetzen wolten oder könten. Und welcher orthodoxe Theologus wird ſich zu uns berufen laßen, wenn wir arianiſch werden.“
Der Brief Benners an den Landgrafen blieb nicht wirkungs⸗ los. Denn am 31. Oktober(1770) ſchon erging an die Univerſität ein landgräfliches Schreiben, worin geſagt wird, daß zwar an die
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