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Zur Geschichte der medizinischen Fakultät der Universität Gießen / von Prof. Dr. Sommer und Priv.-Doz. Dr. Dannemann in Gießen
Entstehung
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Technik. Sicher ist, daß Eckhard in vielen Punkten die lange Reihe von Klinikern seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts in Gießen wesentlich beeinflußt hat.

In einfachen, aber doch das Gepräge dankbarer Anerkennung tragenden Worten hat er in seiner zum Jubiläum noch verfaßten, hand- schriftlich uns vorliegenden Geschichte der Anatomie in Gießen, seiner anatomischen Mitarbeiter gedacht. Es sind Welcker, später Anatom in Halle, Kehrer, der Heidelberger Gynäkologe, Braun, der Göttinger Chirurg, und Knoll, der hervorragende, in Wien 1900 verstorbene Pathologe.

Eckhard ist den Anforderungen der Lehrtätigkeit auf beiden, stets umfangreicher werdenden Gebieten mit bewundernswertem Eifer gerecht geworden, empfand aber später doch mehr und mehr die Notwendigkeit der Trennung beider Disziplinen. In den letzten Jahren der Personalunion sehnte er sich, wie er selbst geschrieben, nach Entlastung, die ihm dann endlich 1891 wurde. Noch vierzehn Jahre hindurch hat er in seltener Frische seine Professur für Phy- siologie verwaltet, bis zu seinem plötzlichen Hinscheiden im August 1905, geistig und körperlich rüstig, der neuen Generation eine ehr- würdige Erscheinung. Sein Nachfolger im anatomischen Fach waren Bonnet(bis 1895), der das übernommene Institut gründlich re- organisierte, und Strahl. Den frei gewordenen Lehrstuhl der Phy- siologie erhielt Frank, bis dahin in München.

Erwähnt sei noch, daß die Anatomie vor der Errichtung des jetzigen Gebäudes unter Bischoff im alten Theatrum anatomicum am Brandplatz domiziliert war. Ob dieses schon unter Barthold vor 1709 bestand, oder erst, was andere Quellen angeben, 1720 er- richtet war, ist unentschieden. Ein modernes physiologisches In- stitut fehlt der Universität noch immer. Zurzeit beherbergt diese Disziplin noch der von Eckhard 1891 bezogene Bau an der Sen- kenbergstraße, das alte Gebärhaus, welches Löhlein 1890 mit der neuen Frauenklinik auf dem Seltersberge vertauschte.

Betrachten wir im Anschluß hieran gleich die Entwicklung des Faches der Gynäkologie und Geburtshilfe im 19. Jahr- hundert. Es ist oben erwähnt, daß 1774 zuerst eine Trennung des anatomisch-botanisch-chirurgischen Faches erfolgte und daß damals Nebel Chirurg und Geburtshelfer wurde. Er war schon 1772 Extra- ordinarius und wandte sich damals an die landgräfliche Regierung mit dem Ersuchen um Begründung einer Frauenklinik. Der Zeit- punkt war gut gewählt, da man in Darmstadt um die gleiche Zeit auf eine Reorganisation des Hebammenunterrichtes bedacht war. Bis dahin war derselbe den Physicis anvertraut gewesen. 1790 schenkte der spätere erste Großherzog Ludwig 10 000 Gulden für diesen Zweck. Indessen erst 1813/14 wurde eudlich die Geburtsanstalt eröffnet, die dann noch vorübergehend wieder als Kriegsspital dienen mußte. Hegarwar ihr erster Leiter; er starb, erst 25 Jahre alt, schon 1814 und wurde durch v. Ritgen ersetzt(geboren 1787 zu Wulfen in Westfalen, 1839 geadelt), der, wie noch zu erwähnen sein wird, auch in der Vorgeschichte der psychiatrischen Klinik zu Gießen eine bedeutende Rolle spielt. Sein Nachfolger war Birnbaum

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