Das andere rühmt ihn mit den Worten: Horstius hac facie, rari candoris imago. Omnibus hoc aevo conspiciendus adest. Ingenii dotes faciunt, ut post sua perpes et sophus et medicus vivere fata queat-
Dr war gleichzeitig Leibarzt des Landgrafen Ludwig und mul ein sehr fleißiger Mann gewesen sein, denn die Zahl seiner hinter- lassenen Arbeiten ist erheblich. Unter anderem hat er zwei Serien„observationes medicales“ geschrieben, und zahlreiche Disser- tationen sind von ihm inspiriert worden. Man rühmte ihn als den „deutschen Aesculap“.
Ein drittes Mitglied der Fakultät war Michael Döring aus Breslau, der 1609 von Wittenberg übersiedelte und sich durch eine Rede einführte, in der er allerhand neue Dinge über das Leben und den Charakter des Paracelsus brachte.
Allein er blieb nicht lange,„amoris patriae dulcedine captus“ kehrte er nach Breslau heim und zog es vor, Leibarzt eines Fürsten Lichtenstein zu werden. Sein Nachfolger wurde der schon seit drei Jahren in Gießen als Konservator des botanischen Gartens für 50 Joachimici(Joachimsthaler) wirkende Ludwig Jungermann aus Leipzig, der ein eifriger Botaniker war und den seit 1609 ange- legten Garten verwaltete. Er hatte einen angesehenen Namen in Deutschland. 1617 richtete er ein laboratorium chemicum ein. Später ging er nach Altorf und starb dort im hohen Alter von 81 Jahren erst nach dem großen Kriege. Als Nachfolger Lauten- bachs kam weiter 1616 Samuel Stephani aus Württemberg, empfohlen vom Kanzler der Universität, Pübingen, an dem der Landgraf aber einen Miterfolg erlebte, denn er beteiligte sich an einer religiösen Sektiererbewegung und wurde zusammen mit dem Theologen Nebelkrä durch eine Art Disziplinarverfahren entfernt. Im übrigen müssen aber die Herren Mediziner ruhige, friedsame Herren gewesen sein, denn während sonst über die Disputiersucht der Professoren geklagt wird, hörte man die medizinische Fakultät rühmen ob ihrer Friedfertigkeit.
Horst war 1612 und 1616 Rektor, Lautenbach 1608, Junger- mann 1624, und im Dekanat wechselte man, wie in unseren Tagen, regelmäßig im bestimmten TPurnus ab. Gerade die Reihenfolge der medizinischen Dekane zwischen 1609 und 1624 hat sich genau fest- stellen lassen..
dos verdient noch der Erwähnung, daß der Fakultät auch ein Apotheker unterstellt war, während vor 1607 die Stadt ihre Heil- mittel aus Wetzlar und Marburg hatte holen müssen. Er war eid- lich von der Pakultät verpflichtet, die Rezepte der Professoren aus- zuführen, mußte auch auf Wunsch die darnach verlangenden Stu- denten in ihrer Herstellung unterrichten. Schon damals trug die
noch jetzt bestehende Universitätsapotheke den Namen„zum Engel“, „sub insigni angeli“. Später mußte ihr Inhaber auch die Eintritts- karten für die ab und zu stattfindenden Sektionen verkaufen.
Zur Frage der Rekrutierung der Mitglieder der medizinischen Falkultät sei noch darauf hingewiesen, daß man außer Landeskindern


