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Andreas Kempffers Selbstbiographie / nach der Giessener Handschrift zum erstenmal herausgegeben eingeleitet und erläutert [von Gustav Adolf Ludwig Baur]
Entstehung
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ihr nach Halle übergeleitet war, 1705 an J. H. May in Giessen schreiben (Tholuck, a. a. O. S. 95):In diesen Gegenden leben wir übrigens durch Gottes Gnade in erwünschtem Frieden und Eintracht, und den inneren Kämpfen, welche die orthodoxe Kirche anderwärts beunruhigen, sehen wir nur von Ferne zu. Ueber Carpzov vgl. oben Anm. 21 und Kramer, A. H. Francke, S. 46 ff.

28) Graf Christian Ludwig von Stolberg Wernigerode, zu Gedern, einer kleinen Stadt im Vogelsberge, residierend und seit 1683 in zweiter Ehe mit Christine, Tochter des aufrichtig frommen Herzogs Gustav Adolf von Mecklenburg-Güstrow, vermählt. Seine Gemahlin wird, wie hier von Kempffer, so auch sonst als Tochter eines HerzogsFürstin' genannt, obwohl sie mit einem Grafen verheirathet ist. Neben der ihr innig befreundeten Benigna, einer geborenen Gräfin von Promnitz auf Sorau und seit 1667 Gemahlin Johann Friedrichs, Grafen von Solms- Laubach, war es besonders diese Fürstin Christine, welche den erweck- lichen Verkehr Speners mit den Grafenhäusern der Wetterau pflegte und vermittelte. Vgl. F. W. Barthold, Die Erweckten im protestantischen Deutschland während des Anfangs des 17. und der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, besonders die Frommen Grafenhöfe; in Raumers Histo- rischem Taschenbuch. 1852, S. 168 f., 178 f.

29) Volkartshain, ein kleines evangelisches Pfarrdorf, etwa eine Stunde östlich von Gedern gelegen und gleichfalls, unter grossherzoglich Hessischer Oberhoheit, dem Grafen von Stolberg-Wernigerode gehörig. Im 14. Jahrhundert war die dortige Kirche eine Tochterkirche der zu Gedern.

30) M. Joh. Vincentius Runckel, 1652 zu Nidda geboren, war Praeceptor classicus am Pädagogium zu Giessen und starb 1691. Im Anfange des folgenden Jahres finden wir Kempffer bereits in derselben Stellung. Strieder, XII, S. 161; XIII, S. 374.

31) Die Universität Giessen verdankt ihre Intstehung den calvi- nisierenden Neuerungen, welche Landgraf Moriz von Hessen-Cassel 1604 einführte. Von den Professoren der Universität Marburg, welche 1605 sich weigerten, seine dreiVerbesserungspunkte zu unterzeichnen, fanden mehrere, unter welchen die Theologen Winkelmann( 1626) und Baltha- sar Mentzer( 1627), der Jurist Antoni und die Philosophen Konrad Dietrich und Christoph Helwig die bedeutendsten waren, bei Landgraf Ludwig V. von Hessen-Darmstadt entgegenkommende Aufnahme. Um ihnen einen neuen Wirkungskreis zu schaffen und ihre ausgezeichneten Kräfte seinem Lande zu sichern, errichtete er 1605 zu Giessen ein Gymna- sium illustre, welches schon 1607 die Privilegien einer Universität er-

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