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Andreas Kempffers Selbstbiographie / nach der Giessener Handschrift zum erstenmal herausgegeben eingeleitet und erläutert [von Gustav Adolf Ludwig Baur]
Entstehung
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Seine SchriftVon der Tüden Glauben und Aberglauben hat Reineccius 1705 mit Nachrichten über sein Leben herausgegeben.

23) August Hermann Francke war am 12./22. März 1663 zu Lübeck geboren. Da sein Vater von Herzog Ernst als Hof- und Justiz- rath nach Gotha berufen worden war, studierte er von Ostern 1679 an zuerst ein halbes Jahr in Erfurt, bezog aber, mit einem reichen Lübecker Stipendium ausgestattet, im Herbste die Universität Kiel, wo er ausser bei dem Theologen Kortholt namentlich bei Morhof Vorlesungen hörte. Gegen Herbst 1682 begab er sich nach Hamburg und genoss hier zwei Monate lang, wie oben bemerkt(10. Anmierkung), den Unterricht Edzards, worauf er bei den Seinen in Gotha blieb, bis er Ostern 1684 nach Leipzig ging. Hier wurde er 1685 Magister und habilitierte er sich mit einer Disputation De grammatica ebraea, gründete auch im folgenden Jahre mit M. Paul Anton das Collegium philobiblicum. Michaelis 1687 begab er sich auf Veranlassung seines Oheims Gloxin in Lübeck, der ihm jenes Stipendium noch einmal verschafft hatte, nach Lüneburg, um unter der Leitung des Superintendenten Sandhagen seine exegetischen Studien fortzusetzen. Die Zeit, welche er dort bis zur Fastenzeit des folgenden Jahres zubrachte, betrachtet er als die eigentliche Periode seiner Wiedergeburt. Gegen Ostern 1688 ging er wieder nach Hamburg, umsich der Information des Hrn. Winckler's zu bedienen, des eben so sehr durch Gelehrsamkeit als durch aufrichtige Frömmigkoit und werkthätige Liebe ausgezeichneten Haupt- pastors zu St. Michaelis. Um Weihnachten wandte er sich von Hamburg nach Leipzig, blieb aber hier fürs erste nur wenige Tage und reiste am letzten Tage des Jahres zu Spener nach Dresden, von wo er, wie bereits am Schlusse der Einleitung bemerkt wurde, am 21. Februar 1689 nach Leipzig zurückkehrte, um bis zur Adventszeit hier zu bleiben. In diese Zeit also muss Kempffers Verkehr mit ihm fallen: schwerlich sind beide Männer schon in Hamburg während Francke's zweiten Aufenthalts daselbst in persönliche Berührung gekommen. Moller, I., p. 185; Geffeken, Joh. Winckler, S. 369 ff., 242 ff., 444 ff.; Kramer, Beiträge zur Geschichte A. H. Franckes, Halle 1861; Ders., Neue Beiträge 1875; Ders., A. H. Francke. Ein Lebensbild. 1. Thl. 1880, und bei Liliencron.

24) Es kann nur Johann Heinrich Michaelis gemeint sein, wel- cher seit 1688 in Leipzig studierte. Wenn freilich Kempffer angibt, sein nachmals berühmt gewordener Schüler sei damals schon Magister gewesen, so hat ihn seine Erinnerung betrogen. Denn Michaelis, 1668 zu Kletten- berg geboren, hatte, anfänglich für den Kaufmannstand bestimmt, in dem genannten Jahre zu Leipzig sein akademisches Studium überhaupt erst