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Andreas Kempffers Selbstbiographie / nach der Giessener Handschrift zum erstenmal herausgegeben eingeleitet und erläutert [von Gustav Adolf Ludwig Baur]
Entstehung
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Er noch erhalten zu haben, welchesin Anrede und Titel des 15. und 16. Jahrhunderts statt Herr als dessen Kürzung vorkommt. Vgl. Grimm, Wb. III, 52; Weigand, I, 398; Jütting, Biblisches Wörter- buch. Leipzig. 1864, S. 48.

21)Ihrem Alter, ihrer Frequenz und ihren alterthümlichen Vor- rechten so wie der Bedeutung der Stadt nach, welcher sie angehört, be- hauptet die Universität Leipzig die erste Stelle unter den deutschen Akademieen, wie sie auch Georg I. in einem Edict von 1627die erste unter den Akademien der evangelischen Reichsstände nennt(Tholuck). Im ersten Decennium nach Beendigung des dreissigjährigen Krieges zählte sie in manchen Jahren gegen 4000 Studierende. Man kann nun freilich nicht sagen, dass sie diese Frequenz lediglich ihren wissenschaftlichen Grössen zu verdanken gehabt habe. Die Annehmlichkeiten der Stadt, die corporativen Vorrechte so wie die reichen Stiftungen und Beneficien der Universität, die Möglichkeit für Unbemittelte in der reichen Stadt durch Unterricht etwas zu verdienen und nicht zum mindesten das dort einge- bürgerte allgemeine Interesse für gelehrte Bildung wirkten sehr wesentlich mit. Auch als Kempffer 1689, dem allgemeinen Zuge folgend, nach dem Pleisse-Athen sich wandte, hatte es auf theologischem Gebiete unter den Ordinarien J. B. Carpzov dem Jüngeren(geb. 1639, 1699), Olearius (geb. 1639, 1713) und dem schon hochbetagten G. Lehmann(geb. 1616, 1699), den Extraordinarien Pfeiffer(geb. 1640, 1698), V. Alberti(geb. 1635, 1697) und Rechenberg(geb. 1642, 1721), keine Kraft ersten Ranges. Kempffer erwähnt nur gelegentlich zwei von ihnen: es kam ihm jetzt nicht mehr auf Lehrer, bei welchen er lernen, sondern auf Schüler, die er lehren wollte, an, und auf die Art, wie er zu diesen gekommen, ist bei seiner Erzählung sein Hauptaugenmerk gerichtet. Tholuck, a. a. O. II, S. 82 95.

22) Friedrich Albert Christiani, früher Baruch geheissen, nahm jenen Namen an, als er 1674 zu Strassburg zum Christenthum übertrat. Seine plötzliche Entfernung von Leipzig, wo er bis 1695 das Hebräische dociert hatte, scheint allerlei ungünstigen Klatsch über ihn hervorgerufen zu haben; wenigstens gewinnt man aus Kempffer's weiter unten folgenden Mittheilungen über ihn ein günstigeres Urtheil. Die in der 16. Anmerkung erwähnte Leipziger Ausgabe von Abarbanels Commentar über die Pro- phetae priores hat er gemeinsam mit August Pfeiffer(vgl. Anm. 26) besorgt. Schon früher waren von ihm erschienen: Epistola ad Ebraeos ex Graeco in purum idioma Ebraeum translata, mit demLebens-lauusf eines hehehrten Juden als Anhang. Lips. 1676, und Jonas illustratus. Lips. 1683.