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Andreas Kempffers Selbstbiographie / nach der Giessener Handschrift zum erstenmal herausgegeben eingeleitet und erläutert [von Gustav Adolf Ludwig Baur]
Entstehung
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gnanz seines Stils und aus seiner Rücksicht auf die Geheimdeutungen des Midrasch erklären. Was Kempffer bei Edzard nicht haben konnte, suchte er bei den portugiesischen Juden, welche seit dem Anfang des 17. Jahr- hunderts vor den grausamen Verfolgungen in Portugal und Spanien nächst Amsterdam besonders in Hamburg eine Zuflucht gefunden hatten und dort einer so bevorzugten Stellung sich erfreuten, dass Christine von Schweden den reichen Juden Manuel Texera zu ihrem Residenten erwählte und bei einem Besuche in Hamburg 1667 dem ihr vom Rathe angebotenen Logis die Wohnung bei dem Juden vorzog(Gleiss, a. a. O. S 14 f.). Obgleich, im Gegensatze zu der mehr mit der syrischen übereinstimmenden Aus- sprache des Hebräischen bei den polnischen und deutschen Juden, schon seit Reuchlin bei den christlichen Hebraisten die mehr an die arabische sich anschliessende Aussprache der portugiesischen Juden allgemein üblich geworden war, muss doch Kempffer bei seinen portugiesischen Lehrern besondere Eigenheiten der Aussprache angenommen haben, an welchen Edzards scharfes Ohr den Contrebandisten entdeckte.

17) Da J. H. May zu Kempffer erst während dessen Aufenthalt zu Giessen in nähere Beziehung tritt, so verschiebe ich die Notizen über ihn auf die 31. Anmerkung.

18) Möglicherweise der aus Meissen gebürtige M. Johann Siegmund Starcke, welcher 1691 Candidat des Hamburger Ministeriums wurde und 1693 als J. F. Mayers Hausgenosse und sein Schildknappe in den An- griffen auf seine des Pietismus verdächtigen Collegen eine traurige Be- rühmtheit erlangte. Jedenfalls wird es derselbe Magister sein, dessen Kempffer schon etwas weiter oben als seines Studiengenossen gedacht hat. Moller, II, p. 864; Hamb. Schriftstellerlexikon.

19) Das ist einer jener Namenwitze, welche Goethe seiner Zeit Her- dern übel genommen hat, und welche keine bessere Censur verdienen als billig und schlecht. Karl Schaaf, 1626 zu Neuss bei Düsseldorf geboren, begann zu Duisburg, lehrend wie lernend, seine akademische Laufbahn, siedelte 1679 nach Leyden über und wirkte dort als Lehrer, zuletzt als ordentlicher Professor der morgenländischen Sprachen mit wachsender An- erkennung, die ihn auswärtige Berufungen ablehnen liess, bis zu seinem Tode 1729. Als Schriftsteller hat er sich weniger durch seine Ausgabe des syrischen N. T.(Lugd. Bat. 1708, und ferner 1709 u. 1717), die eine sichere kritische Methode vermissen lässt, als durch das sehr vollständige Wörterbuch dazu verdient gemacht(Lexicon Syriacum concordantiale. Lugd. Bat. 1709 u. 1719).

20) Wenn Kempffer hierEr Edzard schreibt, so scheint er jenes