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Andreas Kempffers Selbstbiographie / nach der Giessener Handschrift zum erstenmal herausgegeben eingeleitet und erläutert [von Gustav Adolf Ludwig Baur]
Entstehung
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seiner Gelehrsamkeit in jener Zeit nicht vereinzelt da. Das königliche Vorbild Christinens von Schweden fand zahlreiche Nachfolge, und die neuen Methodiker von Ratke bis auf Basedow herab, mit welchen auch Edzard und die Seinen in einer weitläufigeren Verwandtschaft stehn, suchten die Zweckmässigkeit ihrer Methode dadurch zu beweisen, dass sie auch bei dem auf gelehrte Studien minder vorbereiteten weiblichen Ge- schlechte sich bewährte.

16) In Bezug auf Person und Leben des schon in der Einleitung erwähnten Joh. Buxtorf des Aelteren, des grössten Kenners rabbinischer Gelehrsamkeit, welcher jemals unter Christen gelebt hat, genügt es jetzt, auf das klar und frisch gezeichnete Lebensbild zu verweisen, welches E. Kautzsch in seiner Rectoratsrede(Johannes Buxtorf der Aeltere. Basel. 1879) von ihm entworfen hat. Mag auch die gleichfalls in der Einleitung bereits angeführte grosse rabbinische Bibel Buxtorfs der von R. Jakob Ben Chajim besorgten 2. Bombergischen(Venedig. 1525. 26) in einzelnen Beziehungen nachstehen: jedenfalls bildete sie für einen deutschen Ge- lehrten das nächstliegende und ausgiebigste Hilfsmittel für eingehendere rabbinische Studien. Etwas weiter unten nimmt Kempffer auf die Unterscheidung zwischen Rabbini literales und allegorici Bezug(vgl. Wolf, Bibl. Hebr. I, p. 1075). Zu jenen gehören vor allen Aben Esra( 1167), dessen Commentar über den Pentateuch, die Psalmen, Sprüchwörter, Hiob, die fünf Magilloth, Daniel, Esra und Nehemia, Jesaja und die kleinen Propheten Buxtorf aufgenommen hat, und David Kimchi(p† nach 1232), von welchem die Commentare über die ersten und letzten Propheten und über die Chronik bei Buxtorf sich finden. Dagegen hat von Isaak Abar- banel( 1508) nichts bei ihm Aufnahme gefunden, auch geht dieser Commentator mit seiner Neigung zu mystischer Zahlendeutung und weit- schweifigen Excursen über die Grenzen einer literalen Interpretation hin- aus; Kempffer, dessen Dissertationen eine gewisse Vorliebe für ihn ver- rathen, mag seinen Commentar über die ersten Propheten, welcher 1686 zu Leipzig, 1688 zu Hamburg, und den über die letzten Propheten, wel- cher schon 1641 zu Amsterdam gedruckt war, benutzt haben, auch lagen die Commentare über Hosea(Leyden. 1687), Obadja(Wittenberg. 1664 u. 70), Haggai(in Scherzers Trifolium orientale. Leipzig. 1663) in Einzel- drucken vor. Wohl aber enthält Buxtorfs Bibel den Commentar Raschi's (ewd, d. i. Rabbi Schelomo Jischaki, 1105) über die ganze Bibel. Die Abneigung Edzards gegen diesen bei den Juden im höchsten Ansehen stehenden Ausleger, welche auch Kempffer nach dem Zeugniss seiner Dissertationen einigermassen theilt, lässt sich aus der oft dunkelen Prä-

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