schweren Kriegslast seufzte, als das Kriegsfeuer ein Land nach dem an- deren, einen Ort nach dem anderen ergriff und verzehrte, da nahm diese Stadt nur immer mehr und mehr zu an Macht und Reichthum. Die Ein- wohner sassen darin in guter Ruhe und Sicherheit wie die Kinder Israel im Lande Gosen, als der Herr ganz Egypten mit allerhand Plage schlug.“ Wie um die Wende des 17. und 18. Jahrhunderts Hamburg neben Leipzig den Hauptmittelpunkt der allgemeinen literarischen Interessen und Bestre- bungen bildete, so war es auch an ausgezeichneten Fachgelehrten reich. Gedenken wir nur der hervorragenden Theologen, welche in den wenigen Jahren, die Kempffer dort zubrachte, für Hamburg gewonnen wurden, so wurde 1684 der treffliche Joh. Winckler Hauptpastor an St. Michaelis, 1685 der gelehrte Hinckelmann, dem wir die erste Ausgabe des Koran verdanken(Hamburg. 1694), Diaconus zu St. Nicolai, 1686 J. F. Mayer Hauptpastor zu St. Jacobi, ein hochbegabter, grundgelehrter Mann, von welchem das Hamburger Schriftstellerlexikon nicht weniger als 581 Schriften aufführt, welcher aber freilich auch, wie kaum ein Anderer, ein trauriger Beweis dafür ist, dass ein talentvoller, gelehrter und auch correct lehrender Theologe und ein rechtschaffener evangelischer Christ zwei sehr verschiedene Dinge sind. Am akademischen Gymnasium war seit 1675 Eberhard Anckelmann Professor der orientalischen Sprachen, gleichfalls ein aus- gezeichneter Schüler Edzards. Im Jahre 1699 wurde der berühmte J. A. Fabricius Professor an dieser Anstalt.
12)„Peringer(Gustav), ein Schwede, war Professor Linguarum zu Upsala, florirte sonderlich zwischen 1680 und 1694 und schrieb: Historiam linguae et eruditionis Arabum; übersetzte auch die Aboda Sara und Ta- mid ins Latein.“— Jöcher.
13) Michlal Jophi(“=-»ve), i. e. Perfectio palchritudinis, ist der aus Psalm 50, 2 entnommene Titel eines Commentars über das A. T., welchen der spanische Rabbi Schelomo Ben Melech im 16. Jahrhundert aus den Commentarien, der Grammatik und dem Wörterbuch David Kimchi's ganz zweckmässig zusammengestellt hat. Er wurde zuerst zu Constantinopel 1554 gedruckt, zuletzt von Jacob Abendana mit Zusätzen zu Amsterdam 1661 und in 2. Auflage 1685 herausgegeben. Einzelne Abschnitte daraus sind zum Zwecke der Einführung in die rabbinischen Commentarien öfter veröffentlicht worden, z. B. der Commentar zum Propheten Jonas in Bürck- lin's Jonds vates ewpositus per... Judaicos commentatores V. T. praecipuos; pro auditoribus suis editus. Francofiurti a. M. 1697. Wie dieser Commentar ihnen von ihrem Meister besonders warm empfohlen worden war, so em- pfahlen ihn die Edzardianer ihren Schülern weiter. Vor meinem Exemplar
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