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wenig der Ruf dieser aniversitas pauperam“ bei, dass es sich dort sehr wohlfeil und auch ziemlich ungeniert leben lasse. Aber es fehlte ihr doch auch niemals an ausgezeichneten Lehrern, welche ihre Anziehungskraft ausübten. Insbesondere auf dem Gebiete der Theologie hatte dort schon seit dem 2. Jahrzehent des Jahrhunderts in Joh. Gerhard, Glassius, Dil- herr, Joh. E. Gerhard, Christian Chemnitz eine Richtung ausgezeichnete Vertreter gefunden, welche die Hauptaufgabe des Theologen in der posi- tiven Begründung und Darlegung der Lehre suchte und die Negativa nicht mit jener unbarmherzigen Polemik in den Vordergrund stellte, wie sie seit der Mitte des Jahrhunderts in Wittenberg namentlich durch Calov wieder in Schwang kam. Auch in der Zeit, da Kempffer in Jena stu- dierte, wirkten ausgezeichnete Männer in jenem milderen Geiste, und es fällt auf, dass er weder Musäus(† 1681), eine wahrhaft bedeutende theo- logische Persönlichkeit, noch dessen Schwiegersohn Baier(in Jena von 1674— 94), einen Lehrer von ausgezeichneter Klarheit, sondern nur den im Vergleich mit ihnen unbedeutenden Bechmann erwähnt. Seine Nei- gung führte ihn eben zu den Füssen der dortigen Hebraisten und liess ihn in Bezug auf dogmatische Studien mit dem Nothwendigsten sich be- gnügen.— Tholuck, das akademische Leben, II, S. 61—70.
4) Ueber Daniel(nicht: David) Weimar'’s Lebensverhältnisse finde ich nichts, als bei Jöcher die Angabe:„ein Philologus, war Philos. Magister, lebte 1678 zu Jena und 1681 zu Leipzig.“ Seine Schriften Doctrina accentaationis Hebraeae, VLregulis aceurate etsuccincte inclusa. Cizae. 1687, dann: staadlio Gottfr. Mathesii. Lipside. 1687, und Usus accentuationis. Jenae. 1693 standen in hohem Ansehen. Seine überspannte Ansicht von dem Werth der Accente verräth schon der Titel der von F. A. Halbauer(Jenae. 1720) besorgten 3. Auflage der letztgenannten Schrift: Vsus accentuationis Biblicae per 25 loca P. T. luculenter ostensus, praemissa eius deonvevorlos demonstratione.— Sein Gegner Johann Frischmuth war 1619 zu Wertheim in Franken geboren, studierte zu Altdorf und Jena, wurde hier 1639 Magister, 1647 in Folge einer Berufung an das akademische Gymnasium in Hamburg Rector der Stadtschule, 1649 ausserordentlicher Professor'der Sprachwissen- schaft, 1652 ordentlicher Professor der Poesie und bald darauf auch der griechischen und der morgenländischen Sprachen und starb 1687. Seine sehr zahlreichen Dissertationen, welche zu ihrer Zeit sehr hoch gehalten wur- den, fallen sämmtlich in das Gebiet der Exegese, vorzugsweise der alt- testamentlichen, und der biblischen Realien, und beweisen, dass sein Inter- esse nicht an dem spitzfindigen Formalismus der traditionellen hebräischen Grammatik haften blieb. Sein Schüler, seit 1685 schon als Extraordina-
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