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Andreas Kempffers Selbstbiographie / nach der Giessener Handschrift zum erstenmal herausgegeben eingeleitet und erläutert [von Gustav Adolf Ludwig Baur]
Entstehung
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Erläuterungen und Belege.

1) Ernst Friedrich Neubauer, 1705 in Magdeburg geboren, bezog 1724 die Universität Halle, wo er besonders an Johann Jakob Rambach sich anschloss, welcher dort 1723 Adjunct der philosophischen Facultät geworden war. Im Jahre 1726 siedelte er nach Jena über, kehrte aber 1727 nach Halle zurück, wo in demselben Jahre Rambach nach A. H. Francke's Tode ordentlicher Professor der Theologie wurde. Neubauer selbst wurde, nachdem er sich auf dem Waisenhause als Lehrer versucht hatte, 1729 Magister, 1730 Adjunct der philosophischen Facultät und erhielt, offenbar auf Betrieb des schon 1731 dahin berufenen Rambach, 1732 einen Ruf nach Giessen als Professor der Alterthümer, der griechischen und der morgen- ländischen Sprachen. Nach Rambachs Tode wurde er 1735 ausserordent- licher Professor, 1737 Doctor, 1743, also in demselben Jahre, in welchem Kempffer seine Selbstbiographie schrieb, ordentlicher Professor der Theo- logie und Ephorus der Stipendiaten. Er starb 1748. Seines akademischen Amtes nahm er mit dem gewissenhaftesten Eifer sich an, und insbesondere bezeugen seine zahlreichen Dissertationen, wie lebhaft er an den üblichen Disputationen theilnahm. Wichtiger jedoch als seine eigenen Schriften sind die, welche er aus dem Nachlasse seines Lehrers Rambach herausgab und unter welchen die Erklärung der Epistel Pauli an die Römer(Bremen. 1738) zuerst erschien, der in demselben Jahre veröffentlichte Com- mentar Rambachs zu seinen Iustitultiones hermeneuticae sacrae besondere Erwähnung verdient. Ob übrigens Kempffer, wenn er länger gelebt hätte, die Hoffnung, welche er auf den neuernannten Ephorus setzte, er- füllt gesehen haben würde, ist fraglich. Neubauer scheint das ohne Zweifel reformbedürftige Giessener Stipendien- und Stipendiatenwesen nach einer Mittheilung bei Strieder(IV, S. 206 fl.) mit allzu gewaltsamen Mitteln angefasst und dadurch auch berechtigtes Aergerniss hervorgerufen zu haben. Strieder, Grundlage zu einer Hessischen Gelehrten und Schriftsteller Geschichte, X, S. 28 ff.

2)Der Bruder e2ur*soνι ist des Verfassers zweiter Bruder, der berühmte Engelbert, dessen in der Einleitung eingehender Erwähnung geschehen ist; der nachher erwähnteälteste Bruder ist der Jurist Joachim.

3) Die Universität Jena erfreute sich gegen Ende des 17. Jahrhun- derts einer besonders starken Frequenz, so dass sie eine lange Reihe von Jahren hindurch über 2000 Studirende zählte. Allerdings trug dazu nicht