Verfassers deutlicher, als es von ihm selbst geschehen, hervorhebt und durch bestimmte Zeitangaben, mit welchen er selbst allzu sparsam gewesen ist, begrenzt. Diesem Desiderinm versuche ich in wenigen Sätzen zu ge- nügen. Im Jahre 1658 geboren, ging Kempffer„ohngefähr im 18. oder 19. Jahr“é, also 1676 oder 1677, nach Jena und kehrte nach kaum zwei Jahren, also 1678 oder 1679, nach Lemgo zurück. Von da reiste er, wie wir aus der Biographie seines Bruders Engelbert wissen, mit diesem im October 1680 ab, ursprünglich in der Absicht, nach Königsberg zu gehen, trennte sich aber in Lübeck von seinem Bruder und begab sich nach Schweden. Da muss er, zuerst in Stockholm, dann in Upsala, etwa vier Jahre geblieben sein, und obwohl die kurze handschriftliche Lebensbeschrei- bung seine Lebensereignisse mit denen seines Bruders falsch combiniert, mag es doch mit ihrer Angabe, dass Kempffer auf der Universität Upsala „bis ins 3. Jahr“ dociert habe, seine Richtigkeit haben. Denn vor 1684 kann er nicht nach Hamburg gekommen sein, da er sich hier„in die 4 ½ Jahr“’ aufgehalten und darauf in Leipzig, wo er nur etwa ein Jahr bleibt, gleichzeitig mit A. H. Francke is, welcher dort vom 21. Februar bis um Advent 1689 sich aufhielt. Kempffer selbst blieb noch bis kurz nach dem am 10. März 1690 erlassenen Verbot der collegia pietatis. Dann ging er nach Gedern, von da aber muss er schon in demselben Jahre nach Giessen übergesiedelt sein, da er hier 11 Jahre blieb und nachher noch 42 Jahre lang Piarrer in Bulertshausen gewesen war, als er, 85 Jahre alt, also 1743, seine Selbstbiographie aufzeichnete und bald darauf starb, was für seine Ankunft in Giessen das Jahr 1690, für seinen Abzug von da nach Billertshausen das Jahr 1701 ergibt.
Diese Vorbemerkungen werden genügen, um in die Selbstbiographie und in die Zeitverhältnisse, auf welche sie sich bezieht, vorläufig einzu- führen: die Erklärung von Einzelheiten bleibt den schliesslich anzufügenden Erläuterungen überlassen, auf welche die Ziffern im Texte der Bio- graphie verweisen. Nur in Bezug auf den Namen des Verfassers sei gleich hier noch bemerkt, dass dieser selbst in seiner Lebensbeschrei- bung, wie in seinen beiden Dissertationen, sich Kempffer schreibt, wo- gegen er in der kurzen handschriftlichen Biographie, auf dem Titel der unter May’s Präsidium von ihm vertheidigten Dissertation und im alten Kirchenbuche und in der Ortschronik von Billertshausen Kempfer heisst, und endlich in den Amoenitates cxoticae seines Bruders Engelbert der Name Kaempfer geschrieben wird. Obgleich der Familienname in dieser letzteren Form literarisch bekannt geworden ist, so glaubte ich doch die Schreibung Kempffer als die ursprüngliche festhalten zu müssen.


