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Andreas Kempffers Selbstbiographie / nach der Giessener Handschrift zum erstenmal herausgegeben eingeleitet und erläutert [von Gustav Adolf Ludwig Baur]
Entstehung
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1694 wieder in Holland an. Im April dieses Jahres erwarb er in Leyden die medicinische Doctorwürde und wurde nach der Rückkehr in seine Vaterstadt von dem Grafen von Lippe zum Leibmedicus ernannt. Er starb am 2. November 1716. Der grosse Ruf, welchen Kempffer als Arzt ge- noss, und die daran sich knüpfende umfassende ärztliche Praxis haben ihn zu seinem grossen Bedauern verhindert, die von der Reise mitgebrachten reichen wissenschaftlichen Schätze so, wie er es selbst wünschte, literarisch zu verwerthen. Nur die bekannten und, abgesehen von den durch unge- schickte Kupferstecher verunstalteten Abbildungen, vortrefflichen Amoenitates exoticae hat er selbst herausgegeben und in der Vorrede wenigstens sei- nen Plan in Bezug auf weitere Veröffentlichungen darlegen können(Amoe- nitatum exoticarum politico-physico-medicarum fasciculi V, quibus conti- nentur variae relationes, observationes et descriptiones rerum Persicarum êet ulterioris Asiae, multa attentione, in perigrinationibus per universum Orientem, collectae, ab auctore Engelberto Kaempfero, D. Lemgoviae. 1712. L). Fast sein gesammter handschriftlicher und zugleich mit zahl- reichen Handzeichnungen ausgestatteter Nachlass ist dann von Sir Hans Sloane, damals Präsident des Collegium medicum in London( 1752), käuflich erworben worden und hat so 1753 in Verbindung mit den übrigen Sammlungen Sloanes die Grundlage des Britischen Museums ge- bildet. Von diesem reichen Material ist bis jetzt nur die Geschichte von Japan an die Oeffentlichkeit gelangt. Auf Sloane's Veranlassung hat J. G. Scheuchzer eine englische Ausgabe davon besorgt(London 1727), welcher bald nachher eine französische von Des Maizeaux folgte, und endlich hat auf Grund einer Originalhandschrift Kempffers und einer druckfertigen Reinschrift seines Neffen Johann Hermann, welche im Besitze der Familie verblieben waren, Chr. W. Dohm seine schöne und sorgfältige Ausgabe besorgt(Engelbert Kämpfers, weyl. D. M. und Hochgräflich Lippischen Leibmedicus, Geschichte und Beschreibung von Japan. Aus den Original- handschriften des Verfassers herausgegeben von Christian Wilhelm Dohm. Lemgo. 1777 u. 79. 2 Bde. Mit Kupfern u. Charten. 4). Die in der Vorrede des Herausgebers enthaltenen quellenmässigen biographischen An- gaben habe ich etwas ausführlicher herbeigezogen, theils weil sie ander- weit verbreitete Irrthümer berichtigen, z. B. den auch von Jöcher fort- geschleppten von einer nicht etwa bloss beabsichtigten, sondern wirklich

ausgeführten Reise Kempffers auch nach Aegypten, theils und haupt- sächlich weil sie für die Selbstbiographie des Bruders manchen er-

wünschten chronologischen Anhalt bieten. Engelbert Kempffer selbst be- weist sich in den genannten Werken überall als ein Muster umsichtiger,