Wagens und Gespannes, deren Benutzung ohne Wechsel und Vorspann dem Herrn Hauptpastor als ein besonderes Privilegium vom Herzog von Holstein gestattet worden war. Gewiss aber würde Kempffer selbst ein so bemerkenswerthes Moment in seinem Lebensgange, wenn es wirklich vorgekommen wäre, nicht unerwähnt gelassen haben. Was jener Biograph ferner über Kempffers Aussichten auf die Hofpredigerstelle in Gedern und über die Art erzählt, wie er zur Uebersiedelung von dort nach Giessen veranlasst worden sei, das wird durch die Selbstbiographie entschieden be- richtigt. Diese muss ihm also unbekannt gewesen sein; wohl aber hat er das lateinische cuurriculum vitae vor Kempffers Habilitationsschrift über den Durchzug Israels durch das rothe Meer gekannt, denn den eigenthümlichen Ausdruck, Kempffer sei„instructior“ von Hamburg nach Leipzig gegangen, hat er offenbar aus diesem curriculum entlehnt. Obwohl nun nach alle dem die fragliche Lebensbeschreibung von sehr zweifelhaftem Werthe ist, 8o habe ich sie doch um der Vollständigkeit willen mit abdrucken lassen, und auch das erwähnte curriculum vitae glaubte ich zu ergänzender Ver- gleichung um so mehr anfügen zu sollen, als die Abhandlung, deren Beilage es bildet, schwer zu bekommen ist.
Damit dürfte zugleich das auf A. Kempffer bezügliche biographische Material, soweit solches überhaupt vorhanden ist, vollständig zusammen- gestellt sein. In den bekannten biographischen und bibliographischen Lexicis geschieht seiner keine Erwähnung. Es erklärt sich dies aus dem Um- stande, dass er nur sehr Weniges durch den Druck veröffentlicht hat. Die in der Selbstbiographie erwähnte Dissertation De lustrationibus et puiri- ficationihus Hebraeorum, über welche er am 13. Februar 1692 unter dem Präsidium von J. H. May„pro Honorilhnis Magisterialibus legitime conse- quendis“ disputierte, ist nach dem akademischen Usus jener Zeit vielmehr als eine Arbeit des Präses anzusehn, wie sie denn auch von May in die Sammlung seiner Ewercitationes philologicae et ewegeticae aufgenommen worden ist. Dagegen ist die Abhandlung über den Durchzug Israels durch das rothe Meer, über welche Kempffer am 18. Januar 1696 ro aperiendis collegiis“, wie es in der Selbstbiographie, pro licentia publice praesidendis, wie es auf dem Titel heisst, disputierte, von ihm selbst verfasst, und ebenso die daran sich anschliessende über den Durchzug Israels durch den Jordan, welche unter seinem Präsidium sein Verwandter und Schüler J. Ph. Schmid, Philologiae ac Theol. Studiosus aus Alsfeld, am 21. Februar 1696 öffentlich vertheidigt hat. Weiter ist von ihm nichts in den Druck gegeben worden: die Specimina, die er abgelegt hat, haben eben, wie die oben erwähnte kurze handschriftliche Biographie diesmal richtig bemerkt,„mehr in docendo
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