Druckschrift 
Festspiel für die Begrüßungskneipe des 50-jährigen Stiftungsfestes des Gießener Wingolf, 5. August 1902 / von Theodor Wahl
(Gi. 80-83)
Entstehung
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er,

arze

gern)

Phil.

Fur.

8 S.

Malk. Phil.

Eich maan, die ganze Gießener ſtimme bei:

Däi Wingölf ach, mir denkt's noch ganz weit hinne

Do läife ſe noch ſo vertreppelt erim

Awer bei de Stramme wor'n ſe allemol zu finne

Un bei de Birger harre ſe hill e Stimm.

Mir Gießer ſein net vor de Kopp gehaage,

Mir wiſſe aach, was recht is und ſolid.

Do häiß es gleich: die ſchwoarze Kappe drage,

Däi ſein aach gud for's Eſſe und for die Mied.

Doch das allein nicht, wie Sie ſelbſt betonen

Das Geld allein iſt's nicht, das uns verband.

Die Farben, die nun fünfzig Jahr hier wohnen,

Die haben längſt in Gießen Wurzelſtand.

Auf Gießner Boden konnt ſie ſich entfalten,

Des Gießner Wingolff friſche Eigenheit.

Laßt uns auch künftig treu zuſammenhalten

Den Bürgern Gießens ſei mein Dank geweiht!

Und zählt die Lahnſtadt gleich nicht zu den großen,

So gilt von ihr der Spruch: lein aber fein!

Hier war ich froh hier blühten meine Roſen

Dier will ich heute wieder glücklich ſein!

Erlaub', Philiſter, Dich zu unterbrechen:

Vonklein kann man bei Gießen nicht mehr

ſprechen.

Haſt Du den Bahnhoſsneubau nicht erſchaut,

Richt ſonſt die Häuſer all', die man hier baut d

's iſt faſt ſchon wie in Frankfurt hier wir haben

Auch Wiener Café's Volksbad und ſo fort

Ja wohl, auch treibt man jede Art von Sport!

Doch dies Semeſter bracht' als beſte aller Gaben,

Die jeder Gießener mit Stolz nur nennt:

Netto den tauſendſten Student!

Dadruf, ihr Herrn, wolle mer emol die Gläſer hewe:

Unſer Gießener Sturrende ſolle läwe!

Und unter all den flotten Muſenſöhnen,

Die jetzt ſelb Tauſend dieſe Stadt verſchönen

Ich wett', ihr Gießener ſagt ja