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Was ihrer Väter Beiſpiel ſie gelehrt. Und der Beweis, mich deucht, er iſt gelungen— Im neuen Haus ſpür ich die alte Art.
Gott ſegne Euch, ihr friſchen Wingolfsjungen, Und helf' Such, daß Ihr treu den Geiſt bewahrt! Red. Dank, Dank, Herr Stifter, für die gute Meinung, Die ſich in alſo liebe Worte hüllt. Ich hoff', des Wingolf heutige Erſcheinung, Es gleicht dem Bilde, das Ihr Herze füllt! Mun aber laßt es uns gemütlich machen, Weil wir einſtweilen ſchon ſelbander hier. Du, Fur, treib keine überflüſſ'gen Sachen Und hol' vor allen Dingen Bier! (Sie ſetzen ſich. Fux geht ab und kommt ſogleichmit Bier wieder.) Stifter. So laßt uns denn das Glas mit Freuden heben, Das uns geſpendet liebe Gaſtlichkeit! Sin Hoch dem Gießner Wingolf! Er ſoll leben— Ein Vivat-— Crescat— Floreat alle Seit! Sie ſtoßen lebhaft an. Inzwiſchen tritt auf ein Phi⸗ liſter(Phil.) in mittleren Jahren, am Arme führend den Metzger Malkomeſius(Malk.), letzterer in Metzgertracht mit Schürze und ſchwarzer Seidenkappe.) Red. Ach, ſchau, da nahen ſich ſchon neue Gäſte— Das iſt ja ſchön, wie ſich der Schwarm vermehrt! So wünſchen wir's zum Jubelfeſte— Ihr Herrn, willkommen, ſeid uns lieb und wert! (Begrüßung— man nimmt platz. Fur holt Bier.) Phil. hier meinen alten lieben Hausphiliſter Den bring ich mit, ich traf ihn an der Lahn. Malk. Ihr herrn, eich ſein en alter Deitſcher, dos wißt er, Un ſage duſchur grad eraus, wos eich maan. Alſo do ſein eich, un eich freu mich driwwer. Ihr hobt mich zwor net ingelare, Ihr Herrn, Awwer wos ſoll eich dozu ſage— liewer Halt ich mei Maul un komme trotzdem gern. Denn, daß Ihrſch's wißt, ihr Herrn, die ſchwoarze Kappe, Däi wor'n von jeher mei Liebhawerei— Waaß Gott net nur von wege dem Berappe, (macht Geldzähl⸗Bewegungen mit den Fingern)


