Druckschrift 
Festspiel für die Begrüßungskneipe des 50-jährigen Stiftungsfestes des Gießener Wingolf, 5. August 1902 / von Theodor Wahl
(Gi. 80-83)
Entstehung
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Wie da der Meyer ſieh, das iſt ſein Bild Ich ſeh' ihn heut noch, wie er fragte da: Seid ihr den Wingolf jetzt zu bau'n gewillt d Hei, wie erklang's da ein begeiſtertJa! af- Wir bauten ihn! Es ging in Gottes Namen itt wit's war heil'ge Glut, die unſer Herz durchdrang, Und Gott der Herr ſprach zu dem Werk ſein Amen

im, Und ſo geſchah's, daß unſer Bau gelang!

zen. Fux. Ja wohl, herr Stifter, und Sie werden ſehen, kaum, Der Wingolf iſt hochgradig anerkannt!

vehen! Wenn morgen unſre Jubelfahnen wehen

Ganz Gießen kommt aus Rand und Band! Stifter. Nicht das iſt's, Fux, was ich zu ſpüren geize Wie fröhlich auch mein Herz mit eurem ſchlägt! Ich ſehne mich doch nach beſondrem Reize, Es iſt ein beſſrer Wunſch, der mich bewegt. Ich will ihn ſchau'n, den Wingolf, hoch an Jahren, t An deſſen Wiege ich als Stifter ſtand; An ſeinem Feſte will ich's heut' erfahren, Ob ihn das Alter gleich der Jugend fand. Ob er nach fünfzigjährigem Beſtehen Sich einer neuen Jugend zeige wert: Dann will ich ſtill und dankbar gerne gehen Dann hat mein Herz erlebt, was es begehrt. Red.(hat ſie inzwiſchen den beiden zugewandt und verwundert zu⸗ ehört). 1 Was hor' ich da für wunderbare Klänge Wie kommt es über mich mit ſüßer Macht d Das ſind ja fünfzigjähr'ge Feſtgeſänge war! Ich hätt' ſie beſſer ſelbſt nicht rund gebracht. n(Begrüßt lebhaft den Stifter.) Das iſt famos, Herr Stifter, was Sie ſagten, Das giebt zum Feſt den rechten Grundakkord. Das mein' ich auch: den Stiftern, den Betagten, lle Gebührt beim Feſt der höchſte Ehrenort. 4 Stifter. Nicht SEhre, Freund, nur Liebe laßt uns ernten Und Dank, der ſich in rechter Tat bewährt Mur den Beweis, daß unſre Enkel lernten,

den en, rklärt; 1,

Zände.)