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III. Scene.
[Red.— Stifter— Fux— ſpäter Andre.
Stifter(ganz weißes Haar, altmodiſch, altes Kneipcerevis auf— breitet die Arme aus— ſpricht begeiſtert; er tritt mit dem Fux von der dem Red. abgewandten Seite ein).
So nimm uns auf, du freundlich lieber Raum,
Den heut zum erſtenmal die alten Augen ſehen. Fr
Wie grüß' ich würdig dichd Ich faſſ' es kaum,
Es geht mir durchs Gemüt wie Frühlingswehen!
Vergangne Zeiten werden wieder jung,
Im trauten Heime unſrer Wingolfsſöhne
Steigt mir, verklärt von der Erinnerung,
Die Jugend auf in zauberiſcher Schöne!
(Sieht die Bilder der Stifter im grünen Feſtſchmuck.)
Da ſeid ihr ja, ihr alten lieben Knaben,
Und jedes Bild von friſchem Grün umrankt!
's iſt ſchön, daß ſie uns nicht vergeſſen haben—
Euch Jungen ſei die Pietät gedankt.
Da ſind ſie alle— meiſt vereint ſchon dorten,
Wo ſich in's Schau'n ihr Glaube längſt verklärt;
Doch heut iſt ihr Gedächtnis friſch geworden,
Weil ihrer Taten Frucht ſie ſelber ehrt!
(Schüttelt dem Fuchs die Hände.) R.
O, Fux, du hätteſt ſie erleben ſollen
Die Zeiten damals, groß und wunderbar!
Wie da in Herzen, in begeiſtrungsvollen,
Der Wingolfsgeiſt auf einmal mächtig war!
Wir gingen anfangs nur ans Werk mit Zagen—
Hu kühn ſchien der Entſchluß, zu hoffnungslos—
Doch hoch und höher wurden wir getragen,
Und mit der Tat ward jeder ſelber groß.
Ja— wie ſie damals kamen heim von Halle,
Wo ſie des Geiſtes friſchen hauch verſpürt—
Ich ſag' dir, Fux, da war es für uns alle Gewiß, daß uns ein höhrer Wille führt.
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